Kreation des Tages :
Was Werber von OK Go lernen können

Die Band OK Go ist berühmt im Netz für ihre sensationell choreografierten Musikvideos. Beim aktuellen Clip "Obsession" können sich Drucker- und Papierhersteller einiges abschauen.

Text: Susanne Herrmann

OK Go hat mal wieder ein sensationelles Musikvideo vorgelegt, das (erneut) durchaus inspirierend für Werber sein kann.
OK Go hat mal wieder ein sensationelles Musikvideo vorgelegt, das (erneut) durchaus inspirierend für Werber sein kann.

Papier ist selbst in Zeiten der Digitalisierung äußerst nützlich. Das zeigt das aktuelle Musikvideo "Obsession" von OK Go. Die Band macht seit Jahren im Internet von sich reden, inszeniert sie doch stets perfekt durchchoreografierte Clips online. Meist in einem Schuss gedreht. Diesmal war aber sicher einiges in der Postproduktion zu tun.

Das neueste Meisterwerk von OK Go widmet sich dem Drucker. Und dem Papier. Das bekommt am Schluss sogar ein Dankeschön. Und wurde natürlich komplett recycelt.

Was die Musiker aus A4-Seiten, die aus 567 Druckern fliegen, alles rausholen, ist wirklich beeindruckend. Und der neue Song ist auch wieder mal hörenswert.

Mit durchdachten Inszenierungen und Ideen wie dieser, dazu cleverer Produkteinbindung lässt sich gut auch Werbung machen.

Gern übernehmen wir den Nutzerhinweis der Band: Das Video kann ruckeln beim Abspielen, daher empfehlen die Künstler, bei Youtube die Auflösung hoczustellen (auf mindestens 1440p).

Sechseinhalb Millionen Mal wurde das Video bei Youtube bereits angesehen und sammelte knapp 80.000 Likes.

Beteiligt am Video waren außer den Bandmitgliedern Damian Kulash jr., Timothy Nordwind, Andy Ross und Dan Konopka auch die Kreativagentur Six, Tokio (ECD Takeshi Nozoe, CD Jin Saito), und die Markenagentur Spa-Hakuhodo. Die kompletten Produktionscredits liefert OK Go hier.

Für "The One Moment", ebenfalls vom Album "Hungry Ghosts", stellten OK Go das Studio auf den Kopf - innerhalb von 4,2 Sekunden. Fürs Musikvideo wurde der Film dann so verlangsamt, dass er für den knapp vier Minuten langen Song reicht. (20 Mio. Abrufe in einem Jahr.)

Mit ihrem Laufband-Video "Here it Goes Again" wurde die Netzgemeinde 2006 auf die US-Band aufmerksam; der Clip vrebreitete sich rasant und wurde vielfach nachgestellt (2009 wieder hochgeladen, seither weitere 38 Mio. Abrufe bei Youtube). Seither lieferte OK Go einige Virals, darunter das Spiel mit Perspektiven in "The Writing's On The Wall" und den absoluten Renner, das verspielte "This Too Shall Pass" (2010, 58 Mio. Abrufe). 2012 nutzte Chevrolet Teile des Musikvideos "Needing/Getting" für einen Werbespot. 2013 dachten sie sich eine Spiele-App aus (die war aber wohl nciht der Renner, die Seite dazu gibt es nicht mehr).


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.