Deutscher Werberat :
Werberat zu Fernet-Branca: "Das müssen Werber aushalten"

Der Werberat hat das Fernet-Branca-Plakat überprüft. Ergebnis: Werber müssen das erkennbare Spiel mit Klischees aushalten. Schließlich fordern sie von anderen dasselbe ein.

Text: Markus Weber

Raphael Brinkert (Jung von Matt/Sports) hatte beim Werberat eine Beschwerde gegen das Plakat eingereicht.
Raphael Brinkert (Jung von Matt/Sports) hatte beim Werberat eine Beschwerde gegen das Plakat eingereicht.

Dass der Werberat jetzt die Beschwerde von mehreren Hamburger Kreativen gegen das Fernet-Branca-Plakat zurückweist, kommt nicht überraschend. Schließlich haben nicht viele verstanden, wie man sich durch dieses offensichtlich selbstironische Motiv ernsthaft diskriminiert fühlen kann.

So sieht dies auch das Selbstkontrollorgan der Werbebranche. Julia Busse, Geschäftsführerin des Deutschen Werberats, spricht von einem "Spiel mit Klischees" und "erkennbarer Selbstironie". Gerade Werber, die häufig ganz bewusst mit leichten Provokationen spielen, müssten das aushalten, begründet Busse die Entscheidung.

Konkret hatte der Werberat geprüft, ob mit dem umstrittenen Plakat die Berufsgruppe der Werber diskriminiert oder ob dadurch Grundregeln der kommerziellen Kommunikation verletzt wurden.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.