US-Waffenlobby :
WPP wegen Lobbyarbeit für NRA in der Kritik

WPP sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, in den vergangenen Jahren 1,46 Millionen Dollar an Honoraren von der US-Waffenlobby erhalten zu haben. Obwohl man sich offiziell gegen Waffengewalt aussprach.

Text: Franz Scheele

WPP-Boss Martin Sorrell hat wieder mal Ärger.
WPP-Boss Martin Sorrell hat wieder mal Ärger.

Während sich der Werbekonzern WPP offiziell gegen jede Waffengewalt ausspricht, arbeiten gleichzeitig einzelne WPP-Agenturen im Auftrag der amerikanischen National Rifle Association (NRA) als Lobbyisten in Washington, um eine Verschärfung der US-Waffengesetze zu verhindern. Seit 2007 hätten WPP-Agenturen, darunter Ogilvy und Prime Policy Group, 1,46 Millionen Dollar an Honoraren für diese Arbeit im Auftrag der NRA eingenommen, meldet Guardian Online.

In seinem Nachhaltigkeits-Bericht nimmt WPP gegen Waffengewalt Stellung und verweist dabei unter anderem auf einen Pro-Bono-Werbespot der Agentur Grey New York nach dem Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School im Jahr 2013, bei dem 20 Kinder und 6 Erwachsene getötet wurden. In dem Spot wird zu einem Umdenken bei der US-Waffengesetzgebung aufgerufen. Im gleichen Jahr, so der Guardian, hätte aber eine andere WPP-Agentur im Auftrag der NRA mit ihrer Lobby-Arbeit im US-Kongress mitgeholfen, einen entsprechenden Gesetzesvorschlag zur Verschärfung der Waffengesetze abzuwehren.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.