ZDF schreibt Etats neu aus

Der Mainzer Sender hat seine Marketingabteilung komplett neu strukturiert und lässt nun pitchen. Aktuell betreut Leo Burnett das ZDF.

Text: Kerstin Richter

04. Apr. 2012

Bis 2016 soll das ZDF 75 Millionen Euro einsparen, so sehen es die Auflagen der Gebührenkommission KEF vor. Die Sparzwänge bekommt auch das Marketing zu spüren: Die Abteilung hat sich komplett neu aufgestellt – parallel zum Start des neuen Intendanten Thomas Bellut am 15. März. Das Team wurde von 55 auf 50 Mitarbeiter verkleinert. Künftig kümmern sich vier interdisziplinär aufgestellte Teams um klar definierte Programm-Marketingbereiche, erläutert Marketingleiter Thomas Grimm. So ist eine Unit zum Beispiel für Show, Klassik oder Fernsehfilm zuständig, ein anderes verantwortet Chefredaktion, Hauptredaktion, Sport; ein weiteres ZDF Neo, ZDF Kultur, ZDF Info und online.

Vor diesem Hintergrund beraumt der öffentlich-rechtliche Sender jetzt einen Pitch an. Für die Frankfurter Agentur Leo Burnett, die den Kunden im September 2010 gewonnen hat, keine gute Nachricht. „Wir haben Leo Burnett aufgefordert, sich an der Ausschreibung zu beteiligen“, sagt Marketingchef Grimm. Man habe mit Leo Burnett erfolgreiche Kampagnen realisiert, etwa für den Fernsehfilm der Woche. Aber nun wollten die Mainzer ihre neue Struktur im Marketing auch extern abbilden. Europaweit ausgeschrieben sind „Werbe- und Marketingberatung einschließlich Planung, Gestaltung und Durchführung der Werbemaßnahmen für das ZDF und seine Digitalsender“ sowie die Bereiche Design und Online.

Andreas Pauli, Chief Creative Officer bei Leo Burnett, will sich erst in Ruhe die Ausschreibung anschauen, schließt aber nicht aus, dass die Agentur zur Verteidigung antritt. Der 51-Jährige leitet seit November 2010 die Agentur gemeinsam mit Managing Director Andrea Albrecht. Zu dem Zeitpunkt war die Publicis-Tochter in keinem besonders guten Zustand, schrieb rote Zahlen. Das neue Führungsduo versucht seither, die Kundenbasis zu verbreitern und die Kreation zu stärken. Wie die Bilanz nach den ersten 18 Monaten ausfällt, lesen Sie exklusiv in der neuen W&V, die Donnerstag erscheint.


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