Gastbeitrag :
Das klassische Agenturmodell ist tot

Jan Möllendorf, geschäftsführender Gesellschafter und Managing Partner der Defacto X in Erlangen, sieht die Zukunft der Branche bei den Enablern, die ihren Kunden Ressourcen und Technologie zur Verfügung stellen, um die Customer Journey der Verbraucher besser abzubilden. Agenturmodelle, wie sie die Pitchberatung The Observatory International vorgestellt hat, sieht Möllendorf kritisch.

Text: W&V Leserautor

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Jan Möllendorf von Defacto X hilft seinen Kunden beim Einsatz von Data-Management, Insights-Management und Marketing-Automatisation.
Jan Möllendorf von Defacto X hilft seinen Kunden beim Einsatz von Data-Management, Insights-Management und Marketing-Automatisation.

„Liegt Jan Möllendorf mit seiner Einschätzung richtig?”

Wer definiert eigentlich mal, wann ein Dienstleister in der Kommunikationsbranche eine Agentur ist? Die Dinge gehen im Moment ja sehr durcheinander, weil die Branche im großen Umbruch ist

Die einen sprechen von Unternehmen, deren Geschäftsmodell es ist, über Kreation Wertschöpfung zu erzielen. Das Agenturmodell ist tot, weil der Anteil der Kreation an der Wertschöpfung der Kommunikation weiter abnimmt. Oder man spricht von Händlern – wie bei Mediaagenturen –, deren Geschäftsmodell durch das Re-Packaging (=Trading) Wertschöpfung erzielt. Das Modell ist immens unter Druck.

Was aber in den acht Modellen überhaupt nicht abgedeckt wird (lt. Gastbeitrag von The Observatory International; Anm.d.Red.) sind die Modelle der Zukunft, wie sie die erwähnten Unternehmen Accenture, PwC oder Defacto X anbieten. In diesen neuen Geschäftsmodellen wird Wertschöpfung durch Enabling erzielt. Das Enabling erfolgt durch die Bereitstellung von Ressourcen (analytischem und technischem Know-How) sowie von Technologie. Erst das ermöglicht es den Unternehmen, Data-Management, Insights-Management und Marketing-Automatisation erfolgreich einsetzen. Und damit erfolgreich den ebenfalls erwähnten Consumer-Centric-Ansatz zu realisieren.

Enabler ersetzen Agenturen

Ich hoffe, ich tue Ihnen bei der W&V damit nicht zu sehr weh. Immerhin müssen Sie auch bald mal Ihr Ressort umbenennen. Wie wäre es mit "Agenturen und Enabler". Wir haben schon vor zwei Jahren den Begriff Agentur aus unserem Claim der Defacto X gestrichen. Nur unsere Tochter, die Defacto Be/One, ist noch eine Werbeagentur. Da schaffen wir es, mit Kreation und Kommunikationsstrategien Wertschöpfung zu erzielen. Aber der Druck zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells ist groß!

„Liegt Jan Möllendorf mit seiner Einschätzung richtig?”


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W&V Leserautor

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