Messe :
UDG mit neuem Dmexco-Konzept

Die Dmexco-Debatte geht weiter: UDG, eine der größten deutschen Digitalagenturen, verkleinert und verändert ihren Auftritt.

Text: Peter Hammer

Steht vor vollendeten Tatsachen: Marcus Starke, seit wenigen Tagen CEO der UDG.
Steht vor vollendeten Tatsachen: Marcus Starke, seit wenigen Tagen CEO der UDG.

Die Hamburger Agentur UDG speckt ihren Auftritt auf der Digitalmesse Dmexco ab. Deutschlands fünftgrößte Digitalagentur (2016) ist in Köln lediglich mit einem "Meeting Point" präsent. Um Kunden zu treffen. Im Vorjahr war die United Digital Group noch in Halle 8 mit einem eigenen Stand vertreten, lud Besucher unter anderem zum Seminar "Wind of Change - Der Mensch in der digitalen Transformation" ein.

Die Agentur verkleinert nach eigener Aussage damit ihre Messepräsenz. Man sei dieses Jahr "nicht mit einem großen Stand als Aussteller" sondern mit  "einem kleineren Meeting-Point" vertreten, erklärt ein Sprecher. Außerdem mache man "erstmals eine eigene Veranstaltung im Umfeld der Konferenz". Gemeinsam  mit Sasserath Kienbaum Plus (SK+) veranstaltet die Agentur für Kunden und Partner "ein exklusives Event" zum Thema „Digital Leadership Program“. „Dass wir uns in diesem Jahr gegen eine Teilnahme als großer Aussteller und für dieses neue Format des „Meetingspoints“ entschieden haben, ist eine Momentaufnahme, die wir im nächsten Jahr entsprechend neu bewerten werden“, so der Sprecher. In wie weit das maue Geschäftsjahr 2016 bei dieser Entscheidung eine Rolle gespielt hat, kann nur spekuliert werden. Denn der UDG-Umsatz sank um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Dmexco wehrt sich gegen den Eindruck, UDG spare sich dieses Jahr einen Stand. "Die Nutzung dieser Standfläche ist jedem Aussteller überlassen - manche bauen Präsentationsflächen, andere nutzen sie in erster Linie für Meetings", so Messe-Direktor Christian Muche.

Möglich, dass der neue Dmexco-Kurs auch mit dem neuen Chef der Agentur-Gruppe zu tun hat. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Marcus Starke, einst CEO von Publicis Frankfurt und zuletzt in den USA für Firmen wie SAP und Ciena tätig, auf Jessica Peppel-Schulz folgt. Sie hatte rund vier Jahre lang die Geschicke der UDG geleitet.

Es sind vor allem Agenturen, die 2017 der Dmexco fernbleiben. So fehlt in diesem Jahr die Group M mit ihren Marken komplett. Auch Havas verzichtet auf eine eigene Präsenz in Köln.