100 Milliarden-Kriegskasse: Apple zahlt Dividende

Google kaufen und schließen,die USA kaufen und Steuern via iTunes erheben - im Netz kursierten die kuriosesten Empfehlungen, was Apple mit seiner 100 Miliarden Dollar schweren Kriegskasse anstellen könnte. Apple-Chef Tim Cook hat erstmals seit 17 Jahren wieder eine Dividende versprochen.

Text: Anja Janotta

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Google kaufen und schließen, die US-Wirtschaft sanieren - im Netz kursierten die kuriosesten Empfehlungen, was Apple mit seiner 100 Miliarden Dollar schweren Kriegskasse anstellen könnte. Apple-Chef Tim Cook hat an diesem Montag vorgestellt, was er mit dem Geld anstellen will: Er zahlt eine Dividende. 2,65 Dollar je Quartal und Aktie sollen die Anteilseigner bekommen. Zudem will der iPhone- und iPad-Hersteller eigene Aktien im Wert von zehn Milliarden Dollar zurückkaufen. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren 45 Milliarden Dollar an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

Seit 1995 gab es keine Ausschüttung mehr. 97,6 Milliarden Dollar hatte der derzeit extrem erfolgreiche Konzern im vergangenen Quartal an Rücklagen - mehr als man für den Unternehmensbetrieb bräuchte, so Cook. Als problematisch könnte sich erweisen, dass ein Großteil des Geldes außerhalb der USA angelegt ist. Sollte dieses eingesetzt werden, würden hohe Steuerabgaben fällig.

Auf Twitter wurden bereits die ersten Spekulationen laut, in welche Projekte Apple den Rekord-Überschuss stecken könnte. Darunter waren auch viele scherzhafte Empfehlungen wie etwa: Apple kauft Kanada und nutzt das Land als Geldspreicher oder Apple könne sich Konkurrent Google einverleiben und gleich schließen. Oder: Apple kauft die USA und treibt die Steuern via iTunes ein.

In Deutschland hat es der Konzern allerdings mit weniger erfreulichen und belustigenden Nachrichten zu tun: Hier musste das Push-Mail ausgeschaltet werden. Der Grund sind mal wieder Patent-Klagen - dieses Mal von Konkurrent Motorola. Das Oberlandesgericht Karlsruhe lehnte einen Apple-Antrag auf Einstellung der Zwangsvollstreckung eines Urteils ab. Das Landgericht Mannheim hatte Anfang Februar die Verletzung eines Motorola-Patents durch die Umsetzung der Funktion bei Apple festgestellt, mit der iPad- und iPhone-Nutzer automatisch über neu eintreffende E-Mails informiert werden. Weil das OLG befand, dass eine Berufung vielleicht keinen Erfolg haben werde, kann Apple nun die bereits vor drei Wochen deaktivierte Push-Mail-Funktion nicht reaktivieren. Beide Kontrahenten werden sich weiter beharken: Apple will das Patent für ungültig erklären lassen. (aj mit dpa-Material)


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.



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