2. Big Data Engineer

Der Big Data Engineer sorgt für die Infrastruktur, die dem Data Scientist und anderen Abteilungen zur Verfügung steht. Er kennt die bereits zur Verfügung stehenden Datenquellen innerhalb des Unternehmens und erschließt weitere. Angedockt an das Marketing entwickelt der Big Data Engineer z.B. eine Architektur, mit der die externen Daten in einem großen Filialnetz in Echtzeit erfasst werden können.

3. Business Intelligence Analyst (BIA)

Dem Business Intelligence Analyst, kurz und visitenkartenkompatibel BIA, kommt eher die Rolle des externen Beobachters zu. Er analysiert die tatsächlich und potentiell zur Verfügung stehenden Daten aus den unterschiedlichsten Quellen und entwirft neue Möglichkeiten, wie man diese nutzen könnte. Dabei reagiert er vorausschauend auf Trends und die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens - womit sich der Job für externe Berater oder Agenturen eignet, die "Data" als Dienstleistung im Rahmen einer Marketingstrategie berücksichtigen.

4. Data Security Administrator

Die DSGVO hat außer der oberflächlichen Abmahn- und Newsletter-Panik noch eine weitere Ebene. Je mehr Daten im Unternehmen zum Einsatz kommen, desto besser müssen sie gegen ungewollte Einblicke geschützt werden. Was technisch möglich und vielleicht vom Marketing erwünscht ist, könnte Hackern oder Konkurrenten ebenfalls "wertvolle" Einblicke gewähren. Der Data Security Administrator kann idealerweise im Unternehmen vermitteln, dass die Implementierung von Sicherheitsstrategien und Datenschutzbeschränkungen ein Feature ist, dass sich sogar vermarkten lässt. Eventuell ist er sogar Jurist - oder Sozialwissenschaftler.

5. Artificial Intelligence Engineer

Künstlichen Intelligenz wird das Marketing der Zukunft pägen. Insbesondere die Interaktion von Mensch und Maschine in natürlicher Sprache wird zunehmend wichtig, nicht nur bei der Entwicklung von Bots. Der Artificial Intelligence Engineer kennt die Entwicklungen in diesem Bereich, kann im Idealfall Vorhersagen zum Kundenverhalten treffen und die entsprechenden Prozesse automatisieren. Die menschliche Komponente und das sprichwörtliche Verstehen beider Seiten - Technologie und Kunde - zeichnet den Artificial Intelligence Engineer aus - er entwirft die Algorithmen, die beide vereinen.

6. Web & Mobile Developer

Artificial Intelligence und Bots, Smartphone oder Virtual Reality - das "Web" wird nicht verschwinden und letztendlich braucht man im weitesten Sinne für alles eine "App" oder "WebsiteSite". Die wiederum werden immer stärker auf die Interaktion mit dem Nutzer, Besucher bzw. Kunden optimiert, eventuell sogar vollständig personalisiert. Die Entwickler von Websites und Apps werden die Oberflächen für all die Daten gestalten, die das Marketing zur Kundenansprache nutzt. Dementsprechend gehören der Fokus auf UX (User Experience) und UI (User Interface) zu den elementaren Skills.

7. Social Media (Data Marketing) Manager

Kein Scherz, auch wenn der Titel schon im Jahr 2018 nicht mehr allzu "hip" klingt. Der Social Media (Marketing) Manager des Jahres 2028 händelt die Daten, die ihm die dann noch immer existierenden Sozialen Netzwerke zur Verfügung stellen. Er plant Kampagnen, optimiert die Reichweiten und Interaktionen und liefert dem Marketing das Feedback, das er an vorderster Front erhält. Zwingende Voraussetzung für diesen Job ist vermutlich die Fähigkeit zum Perspektivwechsel, wenn die Interessen des Unternehmens mit den Interessen der Nutzer kollidieren. Kommunikationsprofis mit Datenverständnis sind gefragt.

8. Voice Search Optimization

Die Suchmaschine ist tot, SEO auch, lang lebe Voice Search. Mit dem zunehmenden Erfolg von Alexa, Google Home, Siri, Cortana & Co. - darunter z.B. "Ask Mercedes", als kleiner Hinweis auf neue Märkte - dürfte das Ende der klassischen Suchmaschinen anstehen - jedenfalls bis 2028. Wenn damit einhergehend die Bedeutung der heute bekannten Oberflächen und Geräte der möglichst menschlich wirkenden Sprachausgabe weicht, müssen die zugrundeliegenden Daten auf die Suchanfragen der Nutzer optimiert werden. Der Voice Search Optimizer kennt nicht nur die reichweitenstarken Assistentinnen der Tech-Giganten, sondern auch die Lösungen des Unternehmens in diesem Bereich.

9. (Data) Graphic Designer

Wenn Werbung (endlich) personalisiert ist und theoretisch unendlich viele Daten zur Verfügung stehen, darf das heute vom Adblocker unterdrückte Werbemittel seine Auferstehung feiern. Der Grafikdesigner des Jahres 2028 erstellt interaktive, auf den jeweiligen Nutzer zugeschnittene, in Echtzeit angepasste Werbemittel, mit denen er eher kommuniziert als "wirbt". Dabei werden die Daten vom Asset des Unternehmens zu willkommenen Informationen des Kunden, der - im Idealfall - einen Nutzen in der vorherigen Preisgabe sieht.

10. Die eierlegende Wollmilchsau

Machen wir uns nichts vor: Nicht jedes Unternehmen wird sich in zehn Jahren hochspezialisierte Profis in allen diesen Bereichen leisten können. Das ist einerseits eine Chance für Agenturen oder Freiberufler, die entsprechende Dienstleistungen anbieten könnten. Andererseits offenbaren die Stellenanzeigen für "Data Scientists" schon heute, dass viele Firmen tatsächlich den "Allrounder" suchen, der sie bei den ersten zaghaften Schritten in diesem Bereich begleitet. Wenn man davon ausgeht, dass die "Disruption" und "Digitale Transformation" 2028 noch längst nicht abgeschlossen ist, wird es diesen Bedarf an interdisziplinär aufgestellten Quereinsteigern auch dann noch geben.

Ausblick: Data Scientists in der Geschäftsführung

Analysen und Reportings, Sicherheit und die Anforderungen des Gesetzgebers, neue Kommunikationsmittel wie Sprachassistenten und Virtual Reality: Daten werden das Marketing von Unternehmen und Institutionen in den kommenden Jahren prägen. Eine der größten Herausforderungen dürfte darin bestehen, die Zusammenarbeit bisher friedlich nebeneinander existierender Unternehmensbereiche zu koordinieren, damit der bisher ungenutzte Datenschatz geborgen werden kann. Das wiederum ist Aufgabe der COOs oder CTOs, die ein Unternehmen in diese Richtung "trimmen" müssen. Momentan fehlen manchmal noch Überblick und Fachkompetenz. Aber es besteht Grund zum Optimismus: Mehr und mehr "Data Scientists" werden in den kommenden Jahren in C-Level-Positionen aufgestiegen sein.


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W&V Redaktion
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