BrandZ :
185 Milliarden US-Dollar: Apple bleibt wertvollste Marke der Welt

Der Markenwert von Samsung ist im vergangenen Jahr um 51 Prozent gestiegen, der von Apple nur um einen Prozent. Dennoch bleibt laut dem BrandZ-Ranking von Millward Brown Apple auch 2013 mit großem Abstand die weltweit wertvollste Marke. Facebook büßte dagegen deutlich an Markenwert ein. 

Text: Frauke Schobelt

Der Markenwert von Samsung ist im vergangenen Jahr um 51 Prozent gestiegen, der von Apple nur um einen Prozent. Dennoch bleibt Apple auch 2013 mit einem Markenwert von 185 Milliarden US-Dollar mit großem Abstand die weltweit wertvollste Marke. Samsung holte zwar enorm auf, landet aber mit einem Markenwert von 21,4 Milliarden US-Dollar lediglich auf Platz 30 im BrandZ-Ranking der 100 wertvollsten Unternehmen.

"Im Kampf um die Führung im Smartphone-Markt befeuerte Samsung sein Markenwertwachstum durch eine außergewöhnliche Periode der Ausgewogenheit von Innovation und wachsendem Marktanteil - das Unternehmen erhöhte seine Werbeausgaben im letzten Jahr um 1,6 Milliarden US-Dollar", erklärt den Zuwachs Nick Cooper, Geschäftsführer von Millward Brown Optimor, Herausgeber des Marken-Rankings im Auftrag von WPP.

Google ist Apple auf den Fersen, der Konzern konnte seinen Markenwert 2012 um fünf Prozent steigern und liegt mit einem Wert von 114 Milliarden US-Dollar jetzt auf Platz 2 des Rankings. Allerdings ist der Abstand noch enorm:" Die Differenz zwischen Apple und Google ist der Markenwert von Coca-Cola", zitiert das "Handelsblatt" Bernd Büchner, Deutschlandchef von Millward Brown.

IBM ist mit 112 Milliarden US-Dollar Nummer drei der Liste. Facebook hat dagegen an Markenwert eingebüßt. Vor einem Jahr war das soziale Netzwerk noch das Unternehmen mit dem höchsten Zuwachs, jetzt verlor es 37 Prozent und wird mit 21,3 Milliarden US-Dollar bewertet - ähnlich hoch wie Samsung. Dabei wurde es von seinem chinesischen Pendant Tencent überholt, der 800 Millionen aktive Nutzer verzeichnet. Der Markenwert wuchs um 52 Prozent und liegt jetzt bei 27,3 Milliarden US-Dollar. Ebenfalls unter den Top-Ten-Gewinnern vertreten ist die Modemarke Zara. Ihr Markenwert stieg um 60 Prozent auf 20,2 Milliarden US-Dollar.

Die BrandZ-Studie listet seit acht Jahren jährlich die 100 wertvollsten Marken weltweit auf. Anders als etwa für die Studie "Best Global Brands" von Interbrand werden für das Ranking nicht nur Finanzdaten herangezogen, sondern auch Konsumenten umfassend befragt. Der kombinierte Wert der Top 100 ist seit 2006 um 77 Prozent angestiegen. Er beträgt jetzt insgesamt 2,6 Trillionen US-Dollar.

Die wertvollsten deutschen Marken sind SAP (Rang 19 mit 34,4 Milliarden US-Dollar), BMW (Rang 24 mit 24 Milliarden US-Dollar), Deutsche Telekom (Rang 27 mit 23,9 Milliarden US-Dollar), Mercedes-Benz (Rang 43 mit 18 Milliarden US-Dollar) und Siemens (Rang 72 mit 12,3 Milliarden US-Dollar). Vor allem die Autohersteller haben zu kämpfen, ihr Gesamtwert hat sich seit 2006 um 20 Prozent verringert, schreibt das "Handelsblatt". Demnach hat der Münchner Autobauer BMW zwei Prozent an Markenwert verloren und musste den Spitzenplatz an den japanischen Rivalen Toyota abgeben.

Die Top 10 der weltweit wertvollsten Marken 2013

1

Rang 2013

Kategorie

Marke

Markenwert 2013 (Mio. US-Dollar)

Markenwertänderung

Rang 2012

1

Technologie

Apple

185.071            

+1%

1

2

Technologie

Google

113.669            

+5%

3

3

Technologie

IBM

112.536            

-3%

2

4

Fast Food

McDonald's

90.256            

-5%

4

5

Alkoholfr. Getränke

Coca-Cola

78.415            

+6%

6

6

Telekommunikation

AT&T

75.507           

+10%

8

7

Technologie

Microsoft

69.814            

-9%

5

8

Tabak

Marlboro

69.383            

-6%

7

9

Kreditkarten

Visa

56.060           

+46%

15

10

Telekommunikation

China Mobile

55.368           

+18%

10

Eine Erholung erlebt dagegen die Marken des Finanzsektors - ihr Markenwert stieg seit Frühjahr 2012 um 20 Prozent. Am meisten gewonnen hat seit 2006 jedoch die Fast-Food-Branche - um 207 Prozent.

Apple hat zwar zuletzt Marktanteile verloren, der Markenwert hat jedoch nicht gelitten, im Gegenteil: "Trotz des stärkeren Wettbewerbs am Markt und anderer Herausforderungen bewies Apple mit Wahrung seines ersten Platzes, welchen Wert eine starke Marke für ein Unternehmen hat. Die Menschen lieben die Marke nach wie vor, unabhängig von ihrem Börsenkurs", erklärt Nick Cooper.

Und offenbar auch unabhängig von dem umstrittenen Steuermodell des Konzerns, mit dem er Milliarden an Steuerzahlungen in den USA vermeidet. Apple-Chef Tim Cook muss sich deshalb am Dienstag einem Senatsausschuss in Washington stellen. In einer Stellungnahme erklärt Cook: "Apple hält sich an die Gesetze und auch an den Geist der Gesetze. Und Apple zahlt alle nötigen Steuern in diesem Land und jenseits der Grenzen." Gleichzeitig verlangte der Apple-Chef eine Reform der Steuergesetze. Diese hätten "nicht mit der Geschwindigkeit des digitalen Zeitalters und der sich schnell wandelnden Weltwirtschaft Schritt gehalten". Apple steht - ähnlich wie andere Konzerne - wegen seiner Steuerpraxis in der Kritik. So lieh sich der iPhone-Hersteller jüngst am Kapitalmarkt 17 Milliarden Dollar (13,2 Mrd Euro), um für Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe nicht auf seine Reserven zurückgreifen zu müssen. Denn die liegen großteils im Ausland und Apple hätte 35 Prozent Steuern zahlen müssen, wenn das Unternehmen das Geld heimgeholt hätte. Der Satz sei unangemessen hoch, hatte Cook in einem Interview in der vergangenen Woche gesagt. (fs/dpa)


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.