Spotify wolle weiter von all diesen Vorteilen profitieren, so als wären sie eine kostenlose App, während sie auch 100 Prozent der Erlöse einbehalten. "Wir denken, das wäre falsch." Zugleich verwies Apple darauf, dass ein Großteil der Spotify-Nutzer die Gratis-Version der App verwende und viele andere zu kostenpflichtigen Abos über Deals mit Mobilfunk-Anbietern gekommen seien, an die der Musikdienst ähnliche Erlösanteile abgeben müsse. Auf den Vorwurf, dass Apple als Plattformbetreiber einen Preisvorteil habe, ging der Konzern in seiner Antwort nicht direkt ein.

Dafür warf Apple dem Musikdienst aus Schweden aber in scharfen Worten eigennützige Motive vor: "Hinter der Rhetorik verbirgt sich das Ziel von Spotify, mehr Geld aus der Arbeit anderer zu machen." Das zeige sich auch darin, dass Spotify jüngst gegen eine US-Entscheidung vor Gericht gezogen sei, die höhere Urheberrechtsabgaben bringen soll. Apple verzichtete im Gegensatz zu anderen Streamingdiensten auf eine Klage.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will prüfen, ob Apple tatsächlich eine marktbeherrschende Stellung zugeschrieben werden kann. "Wir müssen in diesem Zusammenhang die Rolle von Apple und von Apples App Store untersuchen", sagte Vestager dem "Tagesspiegel". "Falls wir zu der Auffassung kommen, dass sie eine marktbeherrschende Stellung haben, wäre der Fall vergleichbar mit unserem Verfahren gegen Google."

Eine marktbeherrschende Stellung in ihren Verfahren gegen Google stellte die Kommission fest, weil der Konzern in Europa einen Anteil von rund 90 Prozent bei der Internet-Suche hat - und sein Smartphone-Betriebsystem Android in etwa 80 Prozent der verkauften Telefone läuft. Im Fall von Apple ist die Situation anders - die iPhones etwa haben nur einen Anteil von rund 15 Prozent am Smartphone-Absatz. Allerdings lässt Apple Apps auf die Geräte nur aus seiner hauseigenen Download-Plattform laden - und kontrolliert damit nach Auslegungen einiger Experten den Markt für iPhone-Apps.

(W&V Online/dpa)


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