Netzneutralität :
Bundesnetzagentur: Telekom muss Stream-On-Tarif ändern

Content-Partner wie Apple und Netflix haben Vorfahrt, andere Videos werden gedrosselt. Das verstößt gegen das Gleichbehandlungsgebot, mahnt die Bundesnetzagentur. 

Text: W&V Redaktion

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagantur.
Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagantur.

Die Bundesnetzagentur hat ihre Kritik an der mobilen Daten-Flatrate "Stream On" der Telekom bekräftigt und Teilaspekte der Zubuchoption am Freitag untersagt. Mit der Entscheidung werde sichergestellt, dass die europäischen Vorschriften über das Roaming und die Netzneutralität eingehalten werden, hieß es. "Stream On kann weiterhin von der Telekom angeboten werden", betonte Jochen Homann, Präsident der Behörde. "Im Interesse der Verbraucher sind aber Anpassungen bei der Ausgestaltung notwendig."

So muss das Angebot nach Vorgabe der Bundesnetzagentur auch im europäischen Ausland unterschiedslos zur Verfügung stehen, ohne dass es vom Inklusivvolumen abgezogen wird. Zudem muss Videostreaming in einer ungedrosselten Bandbreite zur Verfügung stehen. "Das Verbot der Drosselung von Videostreaming sichert nicht nur die Vielfalt des Internets, sondern stärkt auch die Anbieter von Videostreaming-Diensten, die auf höherauflösende Inhalte setzen", sagte Homann.

Beim "Stream On"-Angebot der Telekom werden bestimmte datenintensive Dienste von Content-Partnern wie Apple Music, Netflix oder Youtube gegen eine Pauschale nicht auf das Datenkonto des Kunden angerechnet. In bestimmten Tarifen wurde jedoch bei Video-Streaming die Übertragungsrate gedrosselt. Verbraucherschützer und Netzaktivisten sehen in dem Angebot allerdings generell die Gefahr einer Aushöhlung der Netzneutralität.

Die Telekom hat nun bis Ende März 2018 Zeit, nachzubessern. Andernfalls droht ein Zwangsgeld. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Die Behörde hatte ihre Kritik bereits im Oktober erläutert und die Telekom zur Abhilfe aufgefordert.

dpa


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