Auch Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Veröffentlichung des Fotos verurteilt. "Dieser Post ist nicht akzeptabel", sagte die CDU-Vorsitzende im Bundestag. "Er ist deswegen auch vollkommen zu Recht zurückgezogen worden. Die entscheidende und entsprechende Stelle hat um Entschuldigung für diesen Post gebeten. Und dieser Entschuldigung schließe ich mich ausdrücklich auch an."

Der Post passe nicht dazu, dass die Wehrmacht grundsätzlich als Institution in keiner Weise für die Bundeswehr "sinn- und traditionsstiftend" sei, sagte Kramp-Karrenbauer. Sie verwies auf den Traditionserlass der Bundeswehr, in dem dies festgelegt sei. "Es sind persönliche Fehler, die dort passiert sind", betonte die Ministerin. "Bisher gibt es keinen Anhaltspunkt für irgendein politisches Motiv." Kramp-Karrenbauer sagte im Bundestag, dieser Post sei "geeignet dazu, das Ansehen der Bundeswehr heute in unserer Gesellschaft und in der Öffentlichkeit zu schädigen". Deshalb sei es richtig, "wenn das sehr kritisch mit der entsprechenden Stelle besprochen wird".

"Es handelt sich nach unserem jetzigen Stand um einen extrem ärgerlichen Fall von Gedankenlosigkeit", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Christian Thiels, in Berlin. "So etwas darf einfach nicht passieren."

Die Uniform war nach seinen Angaben im Film "Operation Walküre" mit Tom Cruise verwendet worden. Sie gehöre nicht zu der Mode-Ausstellung und habe folglich in der Instagram-Story nichts verloren gehabt. Nach Darstellung eines Museumssprechers ist die Uniform kein Original, sondern eine Nachbildung für den Hollywood-Streifen.

Laut Ministeriumssprecher Thiels wurden mit den Verantwortlichen "intensive Gespräche geführt". "Die Handelnden haben sich als sehr schuldbewusst erwiesen, haben um Entschuldigung auch bei uns gebeten." Die Bundeswehr werde jetzt ihre "Mechanismus zur Qualitätssicherung" überprüfen und anpassen. Sie werde auch intensive Schulungen zur historischen Sensibilisierung vornehmen. Sollten weitere Konsequenzen angezeigt sein, würden diese auch gezogen.

Erst vor gut einer Woche hatte die Bundeswehr einen Leitfaden für das Verhalten ihrer Mitarbeiter in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Darin forderte sie unter anderem dazu auf, "das Bild des Arbeitgebers Bundeswehr weiter zu verbessern und dessen Einbindung in die Gesellschaft zu fördern". Gepostet werden sollten "für die Öffentlichkeit geeignete und ansprechende Inhalte".

Auf Instagram stellt sich der Social-Media-Verantwortliche Dirk von Holleben den Fragen der Nutzer. (dpa)

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