Twitter-Kampagne von Carl's Jr. :
Burgerkette bettelt auf Twitter: Amazon, kauf uns!

Carl's Jr. kennt man hier vor allem, weil die Marke sich gern mit appetitlichen Bikinischönheiten verkaufte, die in appetitliche Burger bissen. Nun sollen "Big Ideas" helfen.

Text: Susanne Herrmann

"Wheels on Meals" - eine der "Big Ideas", mit denen Carl's Jr. seinen Burgerladen dem Konzern Amazon schmackhaft machen will.
"Wheels on Meals" - eine der "Big Ideas", mit denen Carl's Jr. seinen Burgerladen dem Konzern Amazon schmackhaft machen will.

Sogar Heidi Klum hat es schon getan: Mit Hingabe und sexy gekleidet einen Burger von Carl's Jr. gegessen. Für Spots wie diesen (von 72andSunny) wurde die Marke bekannt, unter Werbekennern sogar hier. Denn die Carl's-Spots waren teilweise so saftig, dass sie nicht im Werbeblock des Super Bowl angenommen wurden. Die PR- und Werbemaschine der Burgerkette läuft also seit Jahren wie geschmiert.

Auch noch, als die Marke im März verkündete, die wahren Werte in den Mittelpunkt zu rücken: "Food, not Boobs" lautete ab sofort das Motto. Das natürlich entsprechend sexy in der Werbung verkündet wurde.

Tatsächlich ist die aktuelle Werbestrategie eine andere: Die Themen sind 5-Dollar-Menüs - und Rentner-Bingo, Kellerbastler und Tankstellen-Esser.

Und jetzt setzt Carl's noch einen drauf. Seit gestern bettelt die Restaurantkette den Onlineriesen Amazon an: "Kauf uns!". Los ging es mit diesem #AmazonBuyUs-Tweet:

Im Folgenden lieferte das Social-Media-Team von Carl's gleich eine ganze Batterie an guten Argumenten und famosen Ideen. Je eine "Big Idea" versprach Carl's Jr. pro Stunde - mindestens einen Tag lang. Eine Auswahl der "Big Ideas".

Die Twitter-Gemeinde hadert noch: Carl's Jr. irre geworden? Gehackt? Ein Prank, ein Coup?

Das Magazin "USA Today" zitiert Marketingchef Jeff Jenkins von Carl’s Jr. and Hardee’s: "Es geht darum, ein Gespräch über eine Partnerschaft in Gang zu bringen." Die Tweets seien ein Anfang, man werde sehen, wohin der Dialog führe. Bisher ist es eher ein Monolog. Von Amazon kam keine Reaktion. Jenkins: "Es geht um eine Menge Spaß - schauen wir mal, ob sie bei Amazon die Idee so lustig finden wie wir."

Oder es geht darum, als "kleiner Händler" (die Kette betreibt rund 1300 Filialen, hinzu kommen die von Hardee's - beide gehören der Holding  CKE, die weltweit etwa 5000 Restaurants betreibt) dem einkaufs- und expansionsfreudigen Riesen Amazon etwas entgegenzusetzen. So kaufte der ehemalige Onlinehändler vor Kurzem die Biomarktkette Whole Foods. Für 13,7 Mrd. Dollar.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.