Cannes 2012: Vier Mobile-Löwen zur Premiere

Einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze verdienen sich die Deutschen in der neu eingeführten Kategorie Mobile in Cannes. YOC gewinnt Gold, Serviceplan liegt mit Plan.Net vorne.

Text: Conrad Breyer

19. Jun. 2012

Mobile ist neu, Mobile kommt. Seit Jahren spricht die Branche darüber – in Cannes hat Mobile in diesem Jahr zumindest eine eigene Kategorie bekommen. Ein deutscher Werber sitzt nicht in der Jury- die Disziplin ist in Deutschland noch nicht relevant genug – dafür hat Deutschland zum Auftakt gleich vier Löwen gewonnen – einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze.

Gold geht an YOC Berlin (Media-Agentur: Carat, Düsseldorf) für die Lumia-Arbeit von Nokia („Mystery Ad“). Silber bekommt Plan.Net in München und damit die Serviceplan-Gruppe, die eine Mobile-Lösung für den Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe eingereicht hatte, womit die Agentur auch Bronze holt. Bronze gewinnt desweiteren Conrad Caine in München für Siemens.

Der Grand Prix geht an Grow Interactive nach Norfolk. Die Agentur hat für Google eine Mobile-Applikation entwickelt, mit der die Verbraucher weltweit Coca-Cola-Flaschen verschicken konnten – echte wohlgemerkt, deren Ausgabe überall auf der Welt mittels Handy an bestimmte Automaten delegiert werden konnte. Dort haben sie die avisierten Kunden in Empfang genommen – versehen mit einer persönlichen Botschaft.

"Diese Arbeit schafft eine echte Beziehung zwischen dem Kunden und der Marke", sagt Tom Eslinger, der in diesem Jahr der Mobile-Jury vorsaß. "Das ist eine echte Mobile-Erfahrung, die anders nicht zu haben wäre", sagt der Digital Creative Officer von Saatchi & Saatchi, der glaubt, dass ohne Mobile bald gar nichts mehr in der Kommunikation geht. "Das ist emotional, schafft einen Mehrwert, ohne im eigentlichen Sinne Werbung zu sein."

Nichts lasse sich besser mit dem Leben der Konsumenten verknüpfen als eine Mobile-Anwendung, so die Jury einhellig. Sie sind inzwischen ohnehin alle mobil. Sechs Billionen Mobilfunktelefone gibt es weltweit, über 100 Millionen Tablets. "Und nirgendwo lasse sich eine Markenbotschaft so leicht in eine Kaufentscheidung ummünzen", sagt Paul Gunning, CEO von Tribal DDB Worldwide. Nirgendwo sei es einfacher, Markthemmnisse abzubauen als mit mobiler Kommunikation. "Es gibt dann keine Barrieren mehr zwischen Kunde und Marke."

Stark in der Kategorie sind vor allem die Vereinigten Staaten, die gleich elf Löwen gewinnen. Erfolgreich abgeschnitten haben auch Großbritannien und Schweden. Deutschland spielt eine Rolle im Mittelfeld – für den Anfang nicht schlecht. Insgesamt hatte die zwölfköpfige Jury knapp 1000 Arbeiten zu beurteilen.

Die Mobile-Löwen wurden am Dienstagabend im Palais des Festivals vergeben – zusammen mit den Effizienz-, Media- und Outdoor-Löwen.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.



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