CSU: Tote Hose bei Seehofers Facebook-Party

Es kam viel Presse zur ersten Facebook-Party der CSU und Horst Seehofers in die Münchner Nobeldisco P1 – dafür aber wenig Gäste.... W&V Online hat sich umgeschaut.

Text: Petra Schwegler

Der Stau in Richtung Prinzregentenstraße in München und der Polizeiaufmarsch in U-Bahn-Stationen ließ am Dienstagabend eigentlich auf einen "Horst-Mob" aus Tausenden Party-Crashern schließen. Immerhin luden CSU und Bayerns Landesvater Horst Seehofer zur ersten Facebook-Party in die Nobeldisco P1. Aber dann? W&V Online war vor Ort, direkt nebenan, im Nationalmuseum bei der Launchparty des neuen Turner-Frauen-Abosenders Glitz. Dorthin strömten die teils prominenten Gäste. Nur rund 150 Meter weiter – Presse, Polizei und wenige Passanten, die den Surfern auf dem dazwischen liegenden Eisbach zuguckten. Wie das Bild zeigt, standen vor dem P1 reihenweise Sendewagen diverser TV-Stationen, wo sonst kein Auto parken darf. Aber - kein Tumult, kein Andrang, kein Geschrei.

Am Morgen danach steht fest: Es kamen nur einige Hundert Gäste, dafür aber rund 150 Journalisten. Insgesamt etwa 1000 Menschen nahmen ergo ihr Freigetränk entgegen – von den rund 2500 Angemeldeten, die sich registriert hatten, bis die CSU ihre Facebook-Seite schloss. Der Großteil des Publikums setzte sich laut "BR“ aus Seehofer-Anhängern zusammen, "von Basis-CSUlern bis hin zum bayerischen Innenminister Joachim Herrmann und Generalsekretär Alexander Dobrindt“. Das erklärt vielleicht die wenigen (CSU-tauglich) Schwarzgekleideten, die von der U-Bahn-Station – immer wieder um sich äugend - in Richtung P1 geschlichen sind.

Zumindest Horst Seehofer zog am Ende des Abends eine zufriedene Bilanz. Nach einer gewissen "Unsicherheit und Spannung" hinsichtlich des Andrangs und der Sicherheit der Fete sei er erleichtert. Es lohne sich "um diese Leute zu kämpfen", sagte er mit Blick auf die Facebook-Nutzer. Immerhin: Nach der durchaus kritisierten Aktion im Social Web mit viel Medienecho hat er nun weit über 11.000 Facebook-Fans - rund doppelt so viele wie zuvor.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.