Google Glass :
Datenschützer: "Diese Brille muss gesellschaftlich geächtet werden"

Vor dem Verkaufsstart der Datenbrille von Google wettern Datenschützer bereits dagegen. "Diese Brille muss gesellschaftlich geächtet werden", sagte der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Text: Franziska Mozart

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Vor dem Verkaufsstart der Datenbrille von Google in Deutschland wettern Datenschützer bereits dagegen. "Diese Brille muss gesellschaftlich geächtet werden", sagte der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, dem Nachrichtenmagazin "Focus". Wer im öffentlichen Raum Fotos oder Videos ohne das Wissen der Mitbürger aufnehme und sie ins Internet lade, gehöre bestraft. Sein Kollege aus Baden-Württemberg, Jörg Klingbeil, schloss sich an: "Die Brille ist ein Anschlag auf die informationelle Selbstbestimmung."

Google Glass hat einen kleinen Bildschirm über dem rechten Auge und lässt sich mit Sprachbefehlen steuern. Über die eingebaute Kamera kann man recht unauffällig Aufnahmen machen. In den USA wurden etliche Träger der Datenbrille deswegen als "Glasshole" beschimpft. Google selbst versuchte die Nutzer bereits zu sensibilisieren und hat die Do's and Dont's formuliert. Dazu gehört, keine Fotos oder Videos ohne Erlaubnis zu machen und auf Nachfragen zu dem Gerät nicht rüde zu reagieren. Außerdem betonte der Internetkonzern, dass grundsätzliche Kamera-Verbote auch für Glass gelten.

Die Brille soll noch 2014 in Deutschland in den Handel kommen, in den USA konnten Kunden das Gerät bereits Anfang April bestellen. In die Werbung ist das neue Gadget auch schon eingezogen. Die amerikanische First Band attackiert in dem Spot "Get back to the real world" die Technikhörigkeit der Amerikaner. Deutlich ernster war der Beitrag der britischen Produktion Banjo Eyes, von Regisseur Davide Gentile und dem Kreativen Luca Corteggiano zum Weltfrauentag. Er zeigt den Blick einer Frau auf die Welt #ThroughGlass, stellvertretend für alle Frauen, die häusliche Gewalt erleben.


4 Kommentare

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Anonymous User 6. Mai 2014

"Wer im öffentlichen Raum Fotos oder Videos ohne das Wissen der Mitbürger aufnehme und sie ins Internet lade, gehöre bestraft".
Also alle Fotografen. Und alle Menschen die Instagram benutzen. Oder mal ein Schnapschnuss aus der Innenstaft bei Facebook hochladen.
Datenschutzbeauftragter? Eine Beauftragung macht ihn noch nicht zum Experten, wie man hier deutlich sieht.

Anonymous User 6. Mai 2014

Eben, Aua, denk mal sobald die ersten eins offline auf die Zwölf bekommen hat sich das erledigt

Anonymous User 6. Mai 2014

wenn der erste auf die nase bekommt,...alles weitere ergibt sich.

Anonymous User 6. Mai 2014

Ich fasse es nicht. Kein Wort zu den positiven Möglichkeiten einer solchen Technik, stattdessen pauschale Verdächtigungen. Wer schützt uns vor solchen Datenschützern?

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