Unternehmen & Facebook :
Der große Social-Media-Frust

Pressestellen sind unglücklich mit Social Media: Zu wenig Interaktion finde hier statt, im Unternehmen erfahren sie keine Unterstützung. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage von News Aktuell und Faktenkontor.

Text: Susanne Herrmann

- 7 Kommentare

Sie erhoffen sich so viel davon - und werden enttäuscht: Pressestellen sind unglücklich mit Social Media. Zu wenig Interaktion finde hier statt, im Unternehmen erfahren sie zu wenig Unterstützung. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage von News Aktuell (DPA) und Faktenkontor. 536 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pressestellen haben sich zum Thema geäußert. 

Hauptursasche für den Frust: die schwach ausgeprägte Interaktion der Unternehmen mit den eigenen Fans und Followern. 52 Prozent sehen darin das größte Problem. 45 Prozent der Umfrageteilnehmer vermissen zudem eine ausreichende interne Unterstützung für ihre Social-Web-Aktivitäten. Dritthäufigstes Problem sind zu wenig Fans und Follower (36 Prozent).

Negative Kommentare machen den Pressestellen dagegen deutlich weniger Sorgen: Lediglich vier Prozent der Befragten geben diesen Punkt als Ursache dafür an, dass sich die Erwartungen ihres Unternehmens an Social Media nicht erfüllt haben.

Die Umfrageergebnisse im Detail: "Die größten Probleme der Pressestellen im Social Web"

   - zu wenig Interaktion (52 Prozent)

   - zu wenig interne Unterstützung (45 Prozent)

   - zu wenig Fans und Follower (36 Prozent)

   - viel Aufwand, wenig Ertrag (34 Prozent)

   - keine finanziellen Gewinne (19 Prozent)

   - keine Markenstärkung (12 Prozent)

   - kein Imagegewinn (12 Prozent)

   - zu viele negative Kommentare und Beiträge (4 Prozent)

Der Social-Media-Trendmonitor wurde als Online-Befragung von der DPA-Tochter News Aktuell und Faktenkontor durchgeführt. 


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.



7 Kommentare

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Anonymous User 8. Dezember 2014

Betrachtet man die Kluft zwischen Wunschdenken und Realität unter der Perspektive einer Social Media Strategie wird deutlich, das - nicht nur in Pressestellen - Social Media wenig erfolgreich sein kann. Wie oft sind Unternehmensziele und Social Media Reichweite aufeinander abgestimmt, wie oft passen Social Media Nutzungsform und die gewählten Social Media Kanäle tatsächlich zusammen?
Wer Facebook heute noch als geeigneten Kanal für mehr als Werbedistribution - und bei passender Reichweite auch Informationsdistribution - versteht, ist nicht auf der Höhe der Zeit.
Darüber zu klagen ist verständlich, aber dieser Frust resultiert eheraue der eigenen Kompetenz, als aus Thema Social Media.

Anonymous User 26. November 2014

Dass "Social Media" via Facebook total überbewertet ist, zeigt auch diese Studie. Es sind gar nicht so viele Konsumenten auf FB ansprechbar, wie gemeinhin angenommen. Websites der Unternehmen sind auch in anderen Studien belegt immer noch der beste Kanal, um die Kunden online zu erreichen, ihnen Info-Tiefe zu übermitteln und auch den Kontakt zum Unternehmen zu ermöglichen. Wenn er denn ermöglicht wird. Denn auch hier laufen viele Kunden in's Leere. Service-Wüste Deutschland ist da an vielen Stellen noch der Primat. Da ist noch viel nachzuarbeiten, um wirklich Fans für eine Marke zu generieren. Man meint Kosten zu sparen, indem Callcenter wenig erreichbar und eher verkaufsorientiert als hilfreich irgendwo eingesetzt werden. Auf FB wartet der Poster tagelang auf irgendwelche dünnen Reaktionen. Die Kosten sind viel höher, wenn man Kunden verärgert und letztlich verliert. Echte Kommunikation mit den Kunden, das bringt eine gute Kundenbeziehung voran, ob auf der website, per email, fon oder Facebook.

Anonymous User 25. November 2014

Vielleicht sollten Pressestellen weniger Verlautbarungskommunikation betreiben und den Menschen spannende und ehrliche Informationen geben - dann klappts auch mit Social Media!

Anonymous User 25. November 2014

Kommt absolut auf die Marke an.

Bei Facebook ist bspw. Ritter Sport gefühlt ziemlich erfolgreich unterwegs. Es gibt jede Menge Kommunikation mit den Followern, was sich aus meiner Sicht sehr positiv auf Image und Markenbindung auswirkt. Gerade die Kreativität, mit denen die Follower (auch nach Aufforderung von Ritter Sport) Fake-Sorten entwickeln, spricht Bände.

Ebenfalls erfolgreich sind bspw. amerikanische Bekleidungsmarken wie G.H.Bass oder Filson. Hier wird sowohl Facebook als auch Twitter genutzt, um auf Sonderaktionen oder neue Modelle aufmerksam zu machen.

Von daher sind aus meiner Sicht zwei Faktoren absolut relevant, um in Social Media erfolgreich zu sein:

Nutzwert (wirklich wichtige Infos, Sonderaktionen, Rabatte)
Spaß (Interaktion, Challenges, witzige Absurditäten)

Aber das ist sicherlich nicht das Evangelium.

Anonymous User 25. November 2014

Die Frage ist auch, sind Pressestellen überhaupt die richtigen "Nutzer" für Social Media? Eine Stelle welche primär auf das Senden von Botschaften ausgelegt ist, statt auf interaktive Kommunikation? Kein Wunder ist der Frust dort hoch. Wie misst die Pressestelle Effekte auf Marke, Umsatz oder Image? Was haben sie denn diesbezüglich aktiv unternommen in Social Media? Strategisch, taktisch, operativ gehandelt? Wohl kaum. Wer sich über zu wenig Fans und Followers beklagt, hat es nicht verstanden Menschen dafür zu interessieren - man kann sie eben nicht kaufen wie PR Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften. Hier kann man Firmen nur ermutigen, sich in erfahrene Hände zu begeben, Erwartungen klar zu definieren, entsprechende Strategien zu entwickeln, laufend zu tracken und die operative Umsetzung entsprechend anzupassen. So wie es eben mit allen Kommunikations-Channels gehandhabt werden sollte. Sollte!

Anonymous User 25. November 2014

stimme ich ihnen voll zu;... was die massnahmen in der vergangenheit anging. da war viel zuversicht und enthusiasmus dabei anstatt einer klaren strategischen linie. andererseits;.. auch die agenturen haben ja beinahe jede wochen eine social-media sau durchs digitale dorf getrieben. meist nach dem motto;.. dabeisein ist alles. aber die olympiade ist vorbei, nun folgt die frage nach sinn und zweck... nicht selbstzweck. nach dem hype ist das ueberlegen und die suche nach sinnhaftigkeit eines engagements in social media an der tagesordnung. und das macht sinn. und das wichtige;... die meisten engagierten haben gelernt, zuzuhören !, zu reagieren und zu agieren;.. im kundensinne!

Anonymous User 25. November 2014

Aus meiner Sicht sind das lediglich Symptome, die hier abgefragt werden. Nach den eigentlichen Problemen (Gründen) für das Ausbleiben der o.g. Erfolge wurde nicht geforscht. Ich denke ein Grund ist das fehlende Vermögen der Auftraggeber, das Thema strategisch zu erfassen und darauf aufbauend die Maßnahmen zu ergreifen. Agenturen erhalten nicht das Mandat, zunächst strategisch zu arbeiten, sondern aktionistisch vorzugehen. Aktuell geht machen über denken.

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