Adword-Kampagne :
Die AfD fühlt sich von Google sabotiert

"Merkel die Eidbrecherin" heißt eine besonders brachiale AfD-Website, die über Google-Anzeigen schnell auf Traffic kommen sollte. Aber das Google-Team scheint den rechtspopulistischen Kunden nicht zu mögen. 

Text: W&V Redaktion

"Die Eidbrecherin" greift Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich an.
"Die Eidbrecherin" greift Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich an.

Die digitale Kampagne der AfD ist kurz vor dem Wahltermin 24. September ins Stocken geraten. Google hat Adword-Werbung für eine umstrittene Website nicht so ausliefern wollen, wie vom AfD-Wahlwerber Thor Kunkel geplant. "Google sabotiert uns, benachteiligt uns im politischen Wettbewerb", zitiert Spiegel Online den Kampagnenchef. Demnach hat Google über Tage hinweg mal mit technischen Unzulänglichkeiten, mal mit irreführenden Aussagen auf Textanzeigen und auf der Website ("hoax the customer") argumentiert, um die Kampagne auf Eis zu legen.

Stein des Anstoßes ist die am 11. September gelaunchte Seite merkeldieeidbrecherin.com, die der Bundeskanzlerin u.a. 98 Tote und Verletzte zur Last legt ("Menschen, die durch Merkels Versagen Opfer von Terroristen wurden"). Die von der AfD betriebene Plattform greift Merkel persönlich an; die presserechtliche Verantwortung trägt laut Impressum AfD-Vorstandsmitglied André Poggenburg. Das Konzept wurde von der US-Agentur Harris Media entwickelt, die auch schon für Donald Trump im Einsatz war.

Laut Spiegel Online haben Facebook und Twitter die AfD-Werbung für "Merkel die Eidbrecherin" anstandslos akzeptiert. Es soll um einen mittleren fünfstelligen Betrag gehen, den die Partei eigentlich zu je einem Drittel auf Google, Facebook und Twitter aufteilen wollte.


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