"Plagiarius" verliehen :
E-Commerce erleichtert Produktpiraten das Geschäft

Die dreistesten Fälschungen prangert der Schmähpreis "Plagiarius" an. Der globale Onlinehandel erleichtert den Fälschern ihr Geschäft. 

Text: W&V Redaktion

2017 "ausgezeichnet": Die dreistesten Fälschungen prangert der Schmähpreis "Plagiarius" an.
2017 "ausgezeichnet": Die dreistesten Fälschungen prangert der Schmähpreis "Plagiarius" an.

Der globale Onlinehandel erleichtert Produktpiraten ihr Geschäft. Das wurde am Freitag auf der Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente deutlich, in deren Rahmen zum 41. Mal der Schmähpreis "Plagiarius" verliehen wurde. Eine Jury prangert damit besonders dreist abgekupferte Nachahmerprodukte an, die auf einer Sonderschau den Design-Originalen gegenübergestellt werden.

Der Online-Handel beflügelt das Abkupfern: Die bequeme Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit großer Mengen vermeintlicher Markenprodukte zum Spottpreis verführe zum Kauf, kritisierte Christine Lacroix, Sprecherin der Aktion Plagiarius. Die Nachahmer gingen kaum ein Risiko ein, belangt zu werden. "Erhältlich sind nachgemachte Waren mittlerweile in allen Preis- und Qualitätsabstufungen, von gefährlichen Billigfälschungen bis hin zu qualitativ hochwertigen Plagiaten, die dann aber auch kaum günstiger als das Originalprodukt sind", beschreibt Lacroix die Lage dank E-Commerce.

Plagiarius-Preisträger 2017: eine Roll-Hundeleine!

Wie Originalhersteller unter den nachgemachten Produkten leiden, zeigt das Beispiel der mit dem ersten Preis "ausgezeichneten" Roll-Hundeleine "Flexi Explore L". Statt des Qualitätsprodukts der Firma Flexi-Bogdahn aus dem norddeutschen Bargteheide wurden in den USA über anonyme Onlinehändler mit täglich wechselnden Accounts minderwertige Kopien verkauft. Weil unter anderem die Aufrollmechanik nicht funktionierte, setzte es schlechte Bewertungen in Portalen und damit einen erheblichen Reputationsverlust für den nichtsahnenden Hersteller.

Laut EU-Kommission haben die EU-Zollbehörden allein 2015 mehr als 40 Millionen rechtsverletzende Produkte im Wert von mehr als 650 Millionen Euro an den EU-Außengrenzen beschlagnahmt, berichtet der Verein - ein Plus von 15 Prozent zum Vorjahr. Die Mehrheit der festgehaltenen Waren kam 2015 wieder aus China und Hongkong.

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