Hinzu komme, dass das Interentzeitalter ein schnelllebiges ist: Was heute heiß gehandelt wird, ist morgen schon kalter Kaffee. Während die jungen Leute schon ihrem eigenen, neuen Trend folgen. Und: Facebook wird in diesem Jahr 14 Jahre alt. Junge Menschen, die mit dem damals 19-Jährigen Gründer Mark Zuckerberg die Plattform groß gemacht haben und noch dabei sind, sind nun in ihren 30ern, teilweise 40ern.

Die Klage ist nicht neu

Die Unkenrufe, Facebook werde überaltern und verliere junge Nutzer an andere Plattformen und Dienste, gibt es schon lange. Schon 2014 prophezeite Saatchi-Chef Kevin Roberts, Facebook sei 2017 tot - was nicht eingetroffen ist. (Ob das die Werbebranche interessieren sollte, damit setzte sich damals Christian Henne vom Munich Digital Institute für W&V auseinander).

Zuletzt bestätigte die JIM-Studie für den deutschen Markt, dass die 12- bis 19-Jährigen lieber via Whats App (94 Prozent), Instagram (57 Prazent) und Snapchat (49 Prozent) kommunizierten als über Facebook (25 Prozent). Am größten ist Facebook aber immer noch, die dicksten Umsätze macht ebenfalls die Zuckerberg-Plattform.

Dennoch ist Facebook derzeit an vielen Ecken mit Problemen konfrontiert: So hat ein deutsches Gericht Teile der Nutzungsbedingungen für unzulässig erklärt (Facebook ficht das Urteil an), Procter & Gamble und jüngst auch Unilever kritisierten die Plattform öffentlich und erhöhten den Druck mit enormen Werbebudgets im Rücken, Medienhäuser und Marken klagen über die Algorithmen, die ihre Sichtbarkeit verringern, und die Politik über das Schüren von Fake News

Auf Wahlbeeinflussung reagiert Facebook in den USA nun übrigens ganz analog: mit Postkarten. Damit sich massive Einflussnahme wie bei der US-Präsidentenwahl 2016 nicht wiederholt, werde nun jeder, der auf Facebok politische Werbung schalten wolle, eine Postkarte zugeschickt bekommen, um den US-Wohnsitz zu verifizieren. Informationen darüber, wie Facebook damit den Einsatz von Mittelsmännern verhindern will, gibt es nicht.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.