Facebook-Mitgründer startet Social-Media-Aggregator

Nur 0,1 Prozent der Inhalte im Web machen Sinn. So bewerben Facebook-Mitbegründer Chris Hughes, Peter Koechley und Eli Pariser ihr Start-up Upworthy. Die Idee dahinter: Ein Social-Media-Aggregator, der nur relevante Inhalte herausfiltert.

Text: Sebastian Blum

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"Lasst uns ehrlich sein. Das Internet ist überschwemmt von Nichtigkeit." Das Manifest des Start-ups Upworthy ist nicht frei von Ironie. Gehört doch zu dessen Gründern Facebook-Mitentwickler Chris Hughes - mit seiner Plattform sicher nicht unschuldig am leeren Geblubber im Netz. Mit dem News-Aggregator setzt Hughes jedoch mit Eli Pariser, Ex-Redakteur des Nachrichtendienstes Onion, und Peter Koechley, Präsident der Internet-Kampagne Moveon, auf virale Videos und Bilder mit Substanz.

Bei der Verbreitung seiner Inhalte setzt Upworthy auf Social Media: Upworthy ist eng mit den Plattformen Facebook, Twitter und Pinterest verzahnt. Deren Benutzer - so hofft das Unternehmen - teilen die Videos und Bilder auf ihrem Profil und erweitern somit die Fanbase des Start-ups. Interessierte können sich auch per Email-Newsletter anmelden.

Beim Blick auf die Seite fallen zwei Dinge auf: Das Angebot ist noch sehr überschaubar und bei den Inhalten überwiegen soziale Themen: Wie zum Beispiel die 17 sexiesten Bilder zu Einkommensunterschieden oder Mitt Romneys Einstellung zur Homo-Ehe. "Wir glauben die wichtigen Dinge in der Welt müssen nicht langweilig sein und das süchtig machende Zeug nicht ohne Substanz", beschreiben das nach eigenen Angaben unabhängige Unternehmen seinen Ansatz.

Für Werbekunden scheint das Start-up noch nicht interessant zu sein: Zum einen wäre da der gesellschaftskritische Fokus des Dienstes. Zum anderen wollen die Macher zwar Geld mit der neuen Plattform verdienen, jedoch "ohne von etwas Bösem finanziert zu werden." Bei potenziellen Klienten dürfte diese Aussage dabei eher abschreckend wirken. Auch die Diskussion um Urheberrechte bei Plattformen wie Pinterest könnte zu rechtlichen Problemen für das Start-up führen. Doch vielleicht werten die prominenten Biografien der Gründer den Marktwert des Dienstes auf.


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