Erst gestern hatte Facebook mit der Ankündigung verbesserter Privatsphäre-Einstellungen und Kontrollmöglichkeiten den Weg an die Öffentlichkeit gesucht. Zudem können Nutzer alle ihre Beiträge und Informationen herunterladen und zu anderen Diensten verlagern. Mit den Neuerungen setzt Facebook die EU-Datenschutzgrundverordnung um - in der Ankündigung blieb dies jedoch unerwähnt, so dass sie in Medienberichten oft als Reaktion auf den aktuellen Datenskandal bezeichnet wurden. Einige Nutzer berichteten, sie hätten beim Herunterladen ihrer Daten entdeckt, dass Videos, die sie mit der Kamera der Facebook-App aufgenommen und danach verworfen hatten, trotzdem auf den Servern des Netzwerks gespeichert blieben. Facebook erklärte dem "New York Magazin", man prüfe den Sachverhalt.

Unterdessen wurde bekannt, dass die "Financial Times" und das Magazin "Economist" auf Dienste von Cambridge Analytica zurückgegriffen hatten. Ein "Economist"-Sprecher sagte der Website "Buzzfeed", die Firma habe lediglich eine Einschätzung zur Größe des US-Marktes erstellt. Man wisse nicht, ob Cambridge Analytica dabei auch auf Facebook-Daten zurückgegriffen habe. Auch die "Financial Times" erklärte, es sei um eine kurze Zusammenarbeit in der Marktforschung gegangen.

Apple-Chef Tim Cook rechnet nach dem Skandal mit einer schärferen Datenschutz-Regulierung. Er hätte sich gewünscht, dass Facebook und andere Online-Dienste von sich aus die Datensammlung und Erstellung von Nutzerprofilen eingeschränkt hätten, sagte Cook in Chicago bei einem Bühnen-Interview. Selbstregulierung sei aus seiner Sicht immer besser - aber dafür sei es jetzt zu spät. Zugleich ging der Apple-Chef klar auf Distanz zu Facebook und Firmenchef Mark Zuckerberg: Auch Apple hätte eine Menge Geld mit den Daten der Kunden verdienen können, habe sich aber dagegen entschieden. Apple macht seine Milliardengewinne vor allem mit Geräten wie dem iPhone - und betont stets, dass man deshalb viel konsequenter beim Datenschutz sei. Auf die Frage, was er in der aktuellen Lage von Zuckerberg tun würde, schnitt Cook ab: "Ich würde nicht in dieser Situation sein."

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mit dpa


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W&V Redaktion
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