Facebook-Timeline für alle: "Altes taucht nicht mehr ab ins digitale Jenseits"

Jetzt gibt es keine Wahlfreiheit mehr für Facebook-Nutzer: alle Profile werden künftig zur Zeitleiste. Viele User formieren sich dagegen in Facebook-Gruppen. Social-Media-Koryphäe Klaus Eck sieht dagegen deutliche Vorteile für Nutzer und Unternehmen.

Text: Uli Busch

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Es war zu erwarten, trotzdem hinterlässt die neueste Facebook-Änderung bei einigen Nutzern einen faden Nachgeschmack. Das soziale Netzwerk führt sein Zeitleisten-Feature "Timeline“ flächendeckend ein. Das bedeutet jedes Mitglied muss die virtuelle Lebenschronik akzeptieren, wenn er bei Facebook sein will. Bekannt gegeben hat das Facebook über seinen Blog. Das Unternehmen gebe den Nutzern sieben Tage, die alten Beiträge und Fotos, die sie nicht in ihrer Chronik haben wollen, zu entfernen, heißt es in dem Eintrag.

In den Kommentaren wird deutlich, dass die Begeisterung über "Timeline für alle“ eben nicht alle teilen.Nutzer sammeln sich zum Protest auf Facebook, entstanden ist etwa die Gruppe "Timeline, FB we don’t want or like this. Please make it optional.“ Positiv sieht Kommunikationsberater Klaus Eck hingegen den Schritt von Facebook. "Für jeden Influencer und Markenbotschafter bietet das neue Profil gigantische Möglichkeiten für die Selbstvermarktung“, so Eck. Aus Nutzerperspektive sei es wesentlich verwirrender, wenn sich die Profile stark voneinander unterscheiden. Und Unternehmen könnten ihre Angebote viel besser direkt auf den Nutzerprofilen vorstellen, da die User durch Timeline dazu animiert würden, freiwillig über ihre Vorlieben und Wünsche zu berichten. "Die Timeline wirft einen deutlicheren Blick in das digitale Ich, macht Vergangenes zum Bestandteil der allgegenwärtigen Online-Identität. Im alten Facebook-Profil tauchte das Alte ab ins digitale Jenseits, nun ist es wesentlich gegenwärtiger“, sagt Eck.

Erste Marken und Agenturen experimentieren schon mit Timeline und beziehen diese in ihre Kampagnen mit ein. So sammelt McDonald's etwa die schönsten Kaffemomente seiner Nutzer in der neuen Zeitleiste des Netzwerkes.


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