Google+ greift Facebook an: Die Kampagne von Kolle Rebbe

Zur Cebit startet Google Werbemaßnahmen im Fernsehen, Kino, Print und Internet. Das Ziel: die Position des eigenen Sozialen Netzwerks Google+ gegenüber von Facebook zu stärken und Nutzer abspenstig zu machen. W&V Online zeigt den Spot.

Text: Kay Städele

Facebook bekommt kurz vor dem Börsengang weitere Probleme: Der Internetkonzern Yahoo droht dem Sozialen Netzwerk aufgrund von Patentverletzungen mit Lizenzforderungen und nun startet auch noch Konkurrent Google eine millionenschwere Kampagne in Deutschland – einem der wichtigsten Märkte für Facebook. Damit fordert er Facebooks bisher unangefochtene Stellung in Deutschland heraus.

Der Suchmaschinen-Gigant schaltet Spots in Kino und Fernsehen sowie Print- und Online-Anzeigen. Darin wird die Funktionsweise von Google+ dargestellt sowie dessen einfachere Handhabung gegenüber dem US-Konkurrenten. Nach dem Start von Google+ war es in den letzten Monaten ruhig um den Dienst geworden, der zum globalen Herausforderer von Facebook werden sollte. In Deutschland ist Facebook klarer Marktführer vor Google+. Der ursprüngliche Platzhirsch VZ-Netzwerke kämpft nach wie vor mit sinkenden Mitglieder- und Zugriffszahlen, weitere Player wie Lokalisten.de oder Wer-kennt-wen.de spielen nur lokal eine Rolle.

Die Kampagne stammt von der Kreativagentur Kolle Rebbe, die Mediaplanung von OMD in Hamburg und Essence Media in London. Die 45-sekündigen TV-Spots und die 60-Sekünder im Kino sowie die Anzeigen in nationalen Printtiteln und im Web schaltet Google im März und April.

Der Inhalt: Die emotionalen Spots zeigen das Paar Nina und Thorsten, die zum ersten Mal Eltern werden. Um Freunde, Eltern und Sportskameraden auf dem Laufenden zu halten, nutzen die beiden Google+. Jeweils wechselnd aus der Perspektive der Mutter und des Vaters. "Genau wie im richtigen Leben ermöglicht Google+ das Teilen von Informationen mit ausgewählten Kreisen", erklärt Barbara Daliri Freyduni, Marketing-Direktorin von Google Deutschland. Keine Frage, in welchem Netzwerk die beiden neuen Erdenbürger später angemeldet werden.