Award :
Grimme Online 2015: Das sind die 25 Nominierten

An diesem Mittwoch wurden in Köln die 25 Finalisten für den Grimme Online Award 2015 nominiert. Die Jury lobt die Professionalität im Netz, vermisst aber den Aktualitätsaspekt bei den Einreichungen.

Text: Linda Hofmann

An diesem Mittwoch wurden in Köln aus insgesamt fast 1.400 Einreichungen die 25 Finalisten für den Grimme Online Award 2015 nominiert. Am 18. Juni werden dann Auszeichnungen in den vier Kategorien Information, Wissen und Bildung, Kultur und Unterhaltung sowie Spezial verliehen. "Die Professionalität im Netz ist beachtlich. Ein besonders breites Spektrum alternativer Anbieter zeigt deren Kreativität und Innovationskraft, dies gilt auch für die Entwicklung von Finanzierungskonzepten", so Grimme-Direktorin Frauke Gerlach bei Bekanntgabe der Nominierten an der Kölner Universität.

So erfolgte die Anschubfinanzierung für das Informationsportal "Anorexie – Heute sind doch alle magersüchtig" über ein Stipendium. Mit Crowdfunding finanzierte sich das experimentelle Wissenschaftsmagazin Substanz, das jetzt mit einem Abo-Modell arbeitet. Stiftungsfinanziert ist das unabhängige Recherchebüro Correctiv. Dieses ist dreimal nominiert: Das Recherchebüro selbst in der Kategorie Spezial, in der Kategorie Information ist die Vor-Ort-Recherche "MH17 – Die Suche nach der Wahrheit" nominiert und am Informationsfreiheitsportal "FragDenStaat.de" ist Correctiv ebenfalls beteiligt. 

Auch der Webvideobereich ist in diesem Jahr wieder unter den nominierten Angeboten vertreten. Dazu zählt beispielsweise der Youtube-Kanal "Hyperbole TV", der Teil eines Forschungsprojekts an der Leuphana Universität Lüneburg ist. Unter den nominierten Verlagsangeboten ist "Mein Vater, ein Werwolf", in dem Spiegel-Reporter Cordt Schnibben die Nazi-Vergangenheit seines Vaters und die Verleugnungsstrategien der Eltern aufarbeitet. "Wer darf leben?" von Zeit Online setzt sich mit der Pränataldiagnostik auseinander. Auch Fernsehsender sind wieder auf der Nominiertenliste zu finden: Arte ist auch dieses Jahr mit zwei sehr unterschiedlichen Formaten im Rennen um die Preise: Die Dokumentation "Polar Sea 360°" ermöglicht eine Reise in die Arktis mit selbst gesteuertem Rundumblick.  Bei "Refugees – 4 Monate, 4 Camps" kann der Nutzer virtuell in Flüchtlingscamps reisen und eigene Reportagen erstellen. Mit der Flüchtlingsthematik beschäftigt sich auch das SWR-Angebot "Jeder Sechste ein Flüchtling".

Insgesamt vermisste die Kommission aber den Aktualitätsaspekt bei den Einreichungen. "Die meisten großen und relevanten politischen Reizthemen wie Überwachung oder TTIP fanden auch diesmal so gut wie gar nicht statt. Das empfinden wir als etwas beunruhigend", so Gerlach. Nach Präsentation und Recherche sollten sich die Anbieter noch einmal gründlicher mit der Themenfindung beschäftigen, rät die Nominierungskommission.

Hier alle Nominierungen: 

Kategorie INFORMATION

Kategorie WISSEN und BILDUNG

Kategorie KULTUR und UNTERHALTUNG

Kategorie SPEZIAL