Blogger-Preise :
Gutjahr und Döpfner erhalten den Goldenen Blogger

Richard Gutjahr hat einen Sonderpreis bei der diesjährigen Goldenen-Blogger-Verleihung erhalten. Auch Mathias Döpfner bekam einen Preis - obwohl er gar nicht richtig bloggt.

Text: W&V Redaktion

Richard Gutjahrs Blog.
Richard Gutjahrs Blog.

Der Journalist und Blogger  Richard Gutjahr ist für seinen Kampf gegen Hass im Netz mit dem Sonderpreis der "Goldenen Blogger" ausgezeichnet worden. Verschwörungstheoretiker hetzen gegen Gutjahr, seitdem er 2016 Zeuge des Terrorattentats in Nizza und des Amoklaufs am Olympia-Einkaufszentrum München geworden war. Laut der Jury ist sein Engagement beispiellos und zeigt, welche Abgründe sich im Internet auftun. Der Preis solle auch zum Durchhalten motivieren. "Bleib standhaft, auch wenn es schwer fällt", sagte Jurorin und Bloggerin Franziska Bluhm am Montagabend in Berlin. Gutjahr selbst war bei der Verleihung nicht anwesend. In seinem Blog hat er in einem ausführlichen Beitrag erst jüngst festgehalten, wie wenig die Konzerne Google und Facebook ihn als Opfer unterstützt haben.

Die Autorin Marie Sophie Hingst wurde zur Bloggerin des Jahres. Mit ihrem Blog "Read on my Dear, read on" setzte sie sich gegen den Integrations-Aktivisten Raul Krauthausen sowie Stephan Niggemeier und Boris Rosenkranz von Übermedien durch. "Der Preis ist nicht nur eine Auszeichnung für mich, sondern für alle Leute, die kleine, persönliche, unkommerzielle Geschichten im Netz erzählen, oft auch unter großen Anfechtungen", sagte sie.

Bei den "Goldenen Bloggern" werden nicht nur die besten Blogs gekürt,  sondern beispielsweise auch Instagram- und Twitter-Auftritte. In knapp 20 Kategorien wurde per Saal-, Online-, und Jury-Voting abgestimmt. Hinter der Auszeichnung stehen neben Bluhm die Blogger und Journalisten Christiane Link, Daniel Fiene und Thomas Knüwer, die auch die Jury bilden.

Per Publikumsabstimmung und Applaus-Messgerät wurde Gavin Karlmeier von "Wir reden" zum besten Newcomer gewählt. Der Instagram-Account des Jahres ging an die Staatsoper Berlin. Juna Großmann von
"irgendwie jüdisch" wurde per Online-Voting in der Kategorie Nischen-Blogger ausgewählt. Der Twitter-Account des Jahres ging an User Norman für seinen Account "Dein Therapeut". Den Anti-Preis "Blocker des Jahres" gewann FDP-Politiker Christian Lindner für seine Blockade der Jamaika-Koalition.
Zum Social-Media-Sportler des Jahres kürte die Jury Fußball-Profi Mats Hummels. Zum Blogger ohne Blog wählten die Juroren den Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner. "Döpfner hat in diesem Jahr gezeigt, wie man öffentliche Diskussionen auslöst und prägt", so die Begründung von Christiane Link. Er setzte sich gegen Thomas Gottschalk und Boris Becker durch. Aus dem Silicon Valley schickte Döpfner eine Video-Botschaft an die Jury:

Youtube-Inhalte aktivieren

Ja, ich möchte Inhalte von Youtube angezeigt bekommen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

(mit dpa-Material)


Autor:

W&V Redaktion
W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autors. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.