Hasso-Plattner-Institut kündigt Schufa-Vertrag

Eigentor: Das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut hat den Vertrag mit der Schufa-Holding über einen Forschungsauftrag im Zusammenhang mit der technischen Verarbeitung öffentlicher Web-Daten gekündigt.

Text: Markus Weber

08. Jun. 2012

Das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) hat den Vertrag mit der Schufa über einen Forschungsauftrag im Zusammenhang mit der technischen Verarbeitung öffentlicher Web-Daten aufgekündigt. "Angesichts mancher Missverständnisse in der Öffentlichkeit über den vereinbarten Forschungsansatz und darauf aufbauender Reaktionen könne ein solches wissenschaftliches Projekt nicht unbelastet und mit der nötigen Ruhe durchgeführt werden", erklärte HPI-Direktor Christoph Meinel.

Die Schufa, Deutschlands größte Wirtschaftsauskunftei, hatte am Dienstag zusammen mit dem Hasso-Plattner-Institut an der Universität Potsdam ein Projekt zur "Analyse und Erforschung von Daten aus dem Web" gestartet. Dies hatte nicht nur bei Daten- und Verbraucherschützern, sondern auch bei Politikern und Verbänden für breite Empörung gesorgt. "Die Schufa darf nicht zum Big Brother des Wirtschaftslebens werden", hatte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner erklärt. "Welche Daten dazu führen, ob jemand als zahlungsfähig eingestuft wird, ist jetzt schon umstritten", kritisierte auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



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