Vor dem Trump Tower :
Heftige Netz-Kritik für Mario Barths Video-Fail

Zuerst ein irreführendes Video posten und dann wehleidig auf Kritik reagieren: Mario Barth heimste mit seinem New-York-Film 1,3 Mio. Views ein. Auf Kritik reagiert er mit Ausweichmanövern.

Text: W&V Redaktion

Barth ist vor dem Trump Tower - und weit und breit keine Demo.
Barth ist vor dem Trump Tower - und weit und breit keine Demo.

Zuerst ein irreführendes Video posten und dann wehleidig auf Kritik reagieren: Das ist Mario Barth. Vor einigen Tagen berichtete er live auf Facebook von der Straße vor dem Trump Tower. Das Video wird ein Hit: Barth heimste mit seinem New-York-Film 1,3 Mio. Views ein, provoziert aber auch Kritik. Jetzt meldet sich der Comedian erneut zu Wort.

Am Freitag hatte Barth auf seiner Facebook-Seite ein Video veröffentlicht, das ihn vor dem Trump Tower in der New Yorker Fifth Avenue zeigt. Darin erzählte er, er habe in deutschen Zeitungen von Demonstrationen gegen Trump gelesen. Ironisch sagte er: "Und Sie hören's im Hintergrund, wahnsinnige Demonstrationen, Tausende und Abertausende von Menschen drehen völlig durch." Im Video, das auf Facebook mehr als 1,3 Millionen Mal aufgerufen wurde, war davon nichts zu sehen. Dort standen lediglich Touristen und machten Fotos.

Vor dem Trump Tower waren zu dem Zeitpunkt tatsächlich keine Demonstranten zu sehen. Die Absperrungen, die Barth bemerkt hatte, gab es wegen einer späteren Parade zum Veteran's Day. Die Proteste gegen Trump gab es nicht vormittags, sondern abends. Das spießten unter anderen Stefan Niggemeier, Uebermedien, und Micky Beisenherz in seiner Kolumne im "Stern" auf. Er fragt sich, ob Barth - "der Günther Wallraff der Generation Gutscheinbuch" - "nicht etwas verantwortungsvoller mit seiner Macht umgehen könnte".

Niggemeier stört sich vor allem daran, dass selbst Politiker wie FPÖ-Mann Heinz-Christian Strache das Video teilen und damit der Sicht von Barth mehr Glauben schenken als den Medien.

Auch bei Twitter kommentieren die User den Video-Fail:

Im neuen Video von Montagabend meldete sich Barth nach seiner Rückkehr aus den USA: "Tachchen, hier ist euer Mario, ich bin wieder zurück." Zu seinem Live-Video aus Manhattan erklärte er dann: "Ich mache meine Comedy, und ich lasse es einfach so raus."

In Richtung Medien sagte der Comedian: "Seit 15 Jahren kriege ich auf die Fresse von der Presse." Immer werde ihm vorgeworfen, sich nur mit dem Thema "Mann-Frau" zu beschäftigen. "Jetzt bin ich einmal vorm Trump Tower und mach' so 'ne Nummer - und was passiert?" Das sei nun auch wieder verkehrt.

Barth ist auf RTL unter anderem mit seiner Show "Willkommen bei Mario Barth" und einer "investigativen Comedyshow" mit dem Titel "Mario Barth deckt auf" zu sehen. Was er aus New York auf Facebook zeige, sei aber privat, sagte eine Sprecherin des Privatsenders. "RTL hat damit nichts zu tun." (mit dpa)


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