Markus Schunk übergibt an Julian Oei :
Holtzbrinck ordnet das Digitalgeschäft neu

Stefan von Holtzbrinck lässt seinen Chief Digital Officer Markus Schunk ziehen. Dessen Aufgaben gehen auf Strategiechef Julian Oei über - mit einer Ausnahme.

Text: Frank Zimmer

Markus Schunk verlässt Holtzbrinck nach 14 Jahren.
Markus Schunk verlässt Holtzbrinck nach 14 Jahren.

Seit 14 Jahren arbeitet Markus Schunk für die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck; Ende Juni ist Schluss. Der Digitalchef gehe "auf eigenen Wunsch" und "um sich neuen beruf­lichen Aufgaben zu widmen", heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Die Stelle des Chief Digital Officers wird nicht neu besetzt. Schunks Aufgaben als "Head of Digital" des Gesamtkonzerns und als CEO der Internet-Tochter Holtzbrinck Digital gehen an Julian Oei über, den Chef-Strategen von Holtzbrinck.

Schunk, 42, hat im Holtzbrinckschen Familienunternehmen Höhenflüge und Tiefen erlebt: Ehrgeizige und teure Akquisitionen wie die von StudiVZ ebenso wie die Zäsur von 2009, als Verleger Stefan von Holtzbrinck den Konzern aufteilen musste und u.a. die Verlagsgruppe Handelsblatt, der Tagespiegel und die Hälfte des Zeit-Verlages an seinen älteren Bruder Dieter übergingen.

Ab 2012 gestaltete Schunk als Digitalchef die erfolgreiche Neustrukturierung: Holtzbrinck bereinigte das Sammelsurium an zugekauften Internet-Unternehmen, trennte sich von Plattformen wie MyHammer und Parship und konzentrierte sich auf die Themen Wissen und Bildung.

"Markus Schunk hat alle wesentlichen Entscheidungen der vergangenen Jahre im Digitalgeschäft entscheidend mitgeprägt und maßgeblich zu deren Erfolg beigetragen", sagt Stefan von Holtzbrinck zum Abschied. Ganz abbrechen wird die Verbindung nicht: Schunk bleibt Beiratsmitglied der Holtzbrinck-Tochter Searchmetrics.


Autor:

Frank Zimmer

Redaktionsleiter Online mit analogem Migrationshintergrund. Seit 1996 im Internet. Buchautor ("Der Social-Media-Rausch") und Blogger ("Mittelrheingold"). Interessiert sich für Content Marketing und digitale Transformation. Hat eine Schwäche für Agenturen, weil er mal in einer gearbeitet hat.