Wer kennt dich besser: Dein bester Freund oder der Facebook-Algorithmus?
Die Experten der Gartner Group sagen voraus, dass unsere Devices in den nächsten Jahren mehr über unseren emotionalen Zustand wissen werden als unsere eigenen Familien. Das mag sogar jetzt schon wahr sein. Unsere Telefone wissen wohin wir gehen, was wir tun und mit wem wir gerade zusammen sind. Das Smartphone ist das erste, was wir uns morgens ansehen und das letzte, auf das wir abends schauen. Facebook ist für viele Menschen ein großer Teil dessen. Aus diesem Grund könnte es etwas unangenehm werden, wenn ich dich jetzt auffordern würde, deinem besten Freund dein Handy zu geben.

Gleichzeitig ist dies nur eine Version von dir. Es ist eine Version, die auf der Beobachtung eines Teils deiner bisherigen Vergangenheit basiert, um Vorschläge für die nahe Zukunft zu machen. Die Technologie befindet sich in einer Zeitschleife. So sehr sie dich auch kennen mag, fehlt ihr die menschliche Wahrheit. Ihr entgehen deine Gedanken und Gefühle. Sie übersieht, wie du dich veränderst. Sie kennt deine Hoffnungen und Träume nicht.

Was hat autonomes Fahren mit Emotionen zu tun?
Wir geben unseren Autos Namen. Wir reden mit ihnen. Wir passen unsere Autos an unser Leben an. Autos markieren Meilensteine unseres Lebens. Zum Beispiel die erste Klapperkiste, die man von älteren Geschwistern erbt, oder das Auto, das man sich für den Umzug in ein neues Zuhause leiht. Oder das Auto, das man zurücklassen muss, wenn man einen neuen Job beginnt. Weniger poetisch sind Autos Kisten voller Sensoren und einer bestimmten Anzahl von Personen. Das macht sie zu perfekten Testelementen für eine emotional intelligente Zukunft.

Unsere Zukunft mit autonomen Autos wird oft als makellos und perfekt dargestellt, aber wir sind uns nicht ganz sicher, wie die Menschen damit umgehen werden. Emotional intelligente Autos versprechen nicht nur, Unfälle zu reduzieren und den Fahrgästen Komfort zu bieten, sondern auch Menschlichkeit zu vermitteln.

Wie wird unsere digitale Zukunft aussehen? Werden wir glücklich sein?
Wir sind auf gutem Wege, eine bequemere und komfortablere Welt für die wenigen Glücklichen zu schaffen. Wenn wir Technologie entwickeln, um Aufgaben zu vereinfachen, können wir eine produktivere Welt schaffen. Aber wenn wir Technologie mit emotionaler Intelligenz entwickeln, werden wir vielleicht in der Lage sein, Fortschritte in Richtung einer menschlichen Zukunft zu machen, wie durchdachte Kommunikation, wahres Mitgefühl und das Erschaffen sinnvoller Vernetzungen. Das ist, glaube ich, die Art von Glück, die wir alle begrüßen.

Pamela Pavliscak untersucht unsere emotionale, manchmal irrationale Beziehung zur Technologie. Ob es darum geht, Dinnerpartys für Freunde und ihre Algorithmen zu veranstalten, Skizzen von Lieblings-Apps zu sammeln oder Audiotagebücher auf Stimmungen hin zu analysieren - Pamela enthüllt die unausgesprochenen Wahrheiten unseres digitalen Lebens. Pamela ist Gründerin und Geschäftsführerin von Change Sciences, einem Forschungs- und Strategieunternehmen und Dozentin am Pratt Institute.

Die Tech- und Designforscherin ist eine der Key Note-Speakerin auf der Next 2018 (20. / 21. September), der Digitalkonferenz von Faktor 3 und SinnerSchrader. Dieses Jahr unter dem Motto: Wie wir den Menschen wieder in den Fokus der Entwicklung digitaler Lösungen rücken und damit die Probleme in der Digitalwirtschaft lösen "Digital Fix - Fix Digital".  


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W&V Redaktion
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