Insgesamt hatte Xing zuletzt mehr als elf Millionen Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz - etwa jeder zwölfte zahlt Geld für seine Mitgliedschaft. Dem Karriere-Netzwerk sitzt aber der große US-Rivale LinkedIn im Nacken, der im April vermeldet hatte, die Schwelle von acht Millionen Nutzern im deutschsprachigen Raum geknackt zu haben; weltweit sind es 433 Millionen.

Konzernweit wuchs der Xing-Umsatz im zweiten Quartal um rund ein Fünftel auf 36,2 Millionen Euro. Der Bereich E-Recruiting, bei dem Xing von Unternehmen auf Personalsuche Geld für Dienstleistungen erhält, war der größte Wachstumstreiber. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um rund 30 Prozent auf 12,4 Millionen Euro und damit stärker als von Experten erwartet. Unterm Strich stieg der Gewinn um mehr als ein Drittel auf 6,4 Millionen Euro.

Künftig kann sich Xing auch vorstellen, Geld mit Nachrichten auf seiner Plattform zu verdienen. "Es gibt verschiedene Modelle, die wir gerade prüfen. Das können beispielsweise redaktionelle Artikel von Firmenkunden in unseren Branchen-Newslettern sein", sagte Xing-Chef Vollmoeller. Das Geldverdienen sei beim Nachrichtenangebot aber zweitrangig. "Wir möchten unseren Kunden weitere Angebote machen. Denn: Aktive Kunden sind bessere Kunden."

Die Logik dahinter: Je intensiver die Mitglieder Xing nutzen, desto eher werben sie auch ganz nebenbei neue Mitglieder. Gleichzeitig wird Xing dadurch auch als Plattform für Geschäftskunden interessanter, die dort viel über mögliche neue Mitarbeiter erfahren können.

Geschäftliche Kontakte sind ein großes Geschäft: Windows-Hersteller Microsoft hat im Juni ein Übernahmeangebot für LinkedIn auf den Tisch gelegt im Umfang von 26,2 Milliarden Dollar (aktuell 23,5 Milliarden Euro). Xing kommt an der Börse auf einen Wert von knapp 1 Milliarde Euro. (dpa)


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W&V Redaktion
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