Berlin :
Krawall-Postings sind Attila Hildmanns Social-Media-Spezialität

Veggie-Koch Attila Hildmann hat Beef mit der Polizei - und schlachtet die Aktion groß und werbewirksam in sozialen Medien aus.

Text: Annette Mattgey

Attila Hildmann inszeniert sich gerne martialisch
Attila Hildmann inszeniert sich gerne martialisch

Fleischkonsum macht aggressiv und Veganer sind grundsätzlich friedfertig. Wer bisher dieser Theorie anhing, wird durch Attila Hildmann eines Besseren belehrt. Der Veggie-Koch, der in Berlin mehrere Lokale betreibt, ist für seinen rüden Umgang bekannt. In der Vergangenheit legte er sich auch schon mit Journalisten an, weil ihm deren Restaurantkritik nicht schmeckte.

Eine Auseinandersetzung mit der Berliner Polizei, die am Donnerstag stattfand, bietet Hildmann nun Tag für Tag neues Futter für seine Social-Media-Accounts.

Nach einem Streit mit der Berliner Polizei um ein falsch geparktes Auto wurde der TV-Koch festgenommen, in Handschellen abgeführt und kurz danach wieder freigelassen. Wie die Polizei am Freitag via Facebook mitteilte, bekam der Porsche-Fahrer eine Anzeige wegen Widerstands und Beleidigung. Ihm droht eine Geld - oder eine Haftstrafe und Führerscheinentzug.

Hildmann outete sich am Freitag auf Facebook als der darin nicht namentlich genannte Falschparker. Seine Version: Er habe das Auto vor seinem Imbiss in Berlin-Charlottenburg kurz geparkt, allerdings nicht im Halteverbot. Als Polizeibeamte ihm dafür ein Knöllchen geben wollten, habe er den Wagen umgeparkt.

Kurz danach hätten Polizisten ihn darauf aufmerksam gemacht, dass der Wagen noch immer nicht korrekt stehe. Er habe daraufhin gefragt, ob die Polizei nichts Besseres zu tun habe, berichtete der Koch. Als er umparken wollte, sei er von fünf Streifenwagen gestoppt worden. Die Beamten hätten ihn aus dem Wagen gezerrt.

Die Polizei stellte die Lage auf Facebook anders dar. Noch während Beamten das Knöllchen schrieben, habe der Fahrer wieder falsch geparkt. Danach habe er einen Beamten beschimpft, die Polizisten zur Seite gestoßen und sei im Auto geflüchtet. Wenige Meter später sei er gestoppt und abgeführt worden.

Wie auch immer die Aktion gelaufen ist, Hildmann wird nicht müde, daraus Werbung für sich zu machen.

Etwa mit Rabatten für Knöllchen:

Oder mit diesem Bobbycar im Halteverbot:

Hildmann teilt den RTL-News-Beitrag:

Bei Twitter bleiben die Reaktionen nicht aus:

am/dpa


Autor:

Annette Mattgey, Redakteurin
Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt".