Appell :
Mathias Döpfner und Dieter Gorny warnen vor der Zerstörung von kreativem Wettbewerb

"Ohne die Kreativen läuft in der digitalen Welt nichts" - ein Appell von Verleger Mathias Döpfner und Musikmanager Dieter Gorny in der FAZ vom 6. April.

Text: Rolf Schröter

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Mathias Döpfner, Präsident des Zeitungsverlegerverbands.
Mathias Döpfner, Präsident des Zeitungsverlegerverbands.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bringt heute, am 6. April, ein Interview mit Mathias Döpfner, Präsident des Zeitungsverlegerverbands, und Dieter Gorny, Chef des Bundesverbands Musikindustrie - als Vertreter der Deutschen Content Allianz, eines Verbunds von Buch-, Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen, privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern, Filmwirtschaft, Drehbuchautoren, Musikindustrie und Gema.

Das Gespräch ist ein Appell an Politiker und jeden Einzelnen von uns. Wir sollten uns klarmachen, so der Tenor, wer die digitale Welt wirklich am Laufen hält: Die Kreativen!

Hier die zentralen Zitate aus dem Gespräch:

"Es ist an der Zeit, dass man sich über den Wert geistiger und kreativer Leistung in der digitalen Welt grundsätzlich klar wird." (Döpfner)

"Im politischen Diskurs mangelt es an der Erkenntnis, dass die Kreativbranche für über eine Million Arbeitsplätze und einen Umsatz von 150 Milliarden Euro im Jahr steht. Das, was man nicht anfassen kann, ist der Treibstoff der technologischen Entwicklung." (Gorny)

"Eine Gesellschaft, die den geistigen Leistungen nicht mehr traut, hat ihren Geist verloren." (Döpfner)

"Wir haben über inzwischen zwei Jahrzehnte unsere Produkte kostenlos weggegeben. Das ist ein historischer Fehler. Es ist schwer, ihn zu korrigieren, aber nicht unmöglich, und das muss jetzt gelingen." (Döpfner)

"Literatur, Musik, Journalismus, Unterhaltung – sie waren schon immer da und werden auch bleiben. Es geht jetzt darum, ihren Wert zu erhalten." (Gorny)

"Die Frage, was heute Rundfunk ist, muss man stellen, auch, ob man nicht anstelle eines Rundfunk- einen Medienstaatsvertrag braucht, was ja bereits diskutiert wird. Ich finde es aber gar nicht schlecht, dass die Medienregulierer mit Blick auf das Netz sagen: Auch ihr solltet nicht abseitsstehen. Es ist alles andere als zeitgemäß, einen Bereich der Medien- und Kulturlandschaft gesetzlichen Regulierungen zu unterwerfen und den anderen von allem gänzlich freizustellen." (Gorny)

"Das Urheberrecht ist das Rückgrat jeder Form von digitaler Ökonomie." (Gorny)

"Wenn es so wäre, dass das Stehlen von Brot gesetzeskonform wäre, weil man sagt: Brot ist überlebenswichtig, Brot braucht jeder, und deswegen kann jeder, da, wo er Brot sieht, es sich nehmen, dann würde es niemanden mehr geben, der eine Bäckerei aufmacht und Brot backt. So ist es hier auch. Wir können nicht mit dem Argument, Information ist so wichtig, die braucht jeder gratis, die Zerstörung von kreativem Wettbewerb betreiben." (Döpfner)


Autor:

Rolf Schröter
Rolf Schröter

Als Leiter des Marketing-Ressorts der W&V und neugieriger Kurpfälzer interessiert sich Rolf Schröter prinzipiell für alles Mögliche. Ganz besonders mag er, was mit Design und Auto zu tun hat.



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