Mark Zuckerberg :
Mobile beschert Facebook sprudelnde Werbeerlöse

Facebook hat dank stark wachsender Werbeerlöse einen kräftigen Gewinnsprung gemacht. Facebook-Chef Mark Zuckerberg warnt aber: Sicherheit sei wichtiger als Gewinne.

Text: W&V Redaktion

Facebook kann sich über hohe Werbeeinnahmen freuen.
Facebook kann sich über hohe Werbeeinnahmen freuen.

Facebooks rasantes Wachstum hält an: Erlöse, Gewinn und Nutzerzahlen legten im dritten Quartal überraschend kräftig zu. Doch der Internetkonzern muss sich unangenehmen Themen stellen. "Wir meinen es ernst damit, den Missbrauch unserer Plattformen zu verhindern", sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei Vorlage der Quartalszahlen. Einen Tag zuvor war der Chef seiner Rechtsabteilung vom US-Senat dazu intensiv befragt worden, inwieweit Russland sich über Facebook in den US-Wahlkampf einmischen konnte.

Die andauernde Diskussion, ob Online-Riesen wie Facebook - aber auch Twitter oder Google - genug gegen gezielte Manipulation ihrer Dienste durch Meinungsmacher tun, hat dem Geschäft nicht geschadet. Verglichen mit dem Vorjahreswert steigerte Facebook den Überschuss nach eigenen Angaben um 79 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar (4,0 Mrd Euro). Der Umsatz wuchs um 47 Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar.

Die Werbeerlöse - Facebooks Haupteinnahmequelle - nahmen um 49 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar zu. Etwa 88 Prozent davon spielten Anzeigen auf Mobilgeräten ein. Facebook hatte Ende September 2,07 Milliarden aktive Nutzer pro Monat, das entspricht einem Anstieg von 16 Prozent im Jahresvergleich. "Unsere Community wächst weiter und unser Geschäft läuft gut", kommentierte Zuckerberg die Ergebnisse. Vor dem Hintergrund der Debatte um "Fake News" und mangelnde Kontrolle auf dem Online-Netzwerk warnte er jedoch: "Wir investieren soviel in Sicherheit, dass es unsere Profitabilität beeinflussen wird." Der Schutz der "Community" sei wichtiger, als den Gewinn zu maximieren.

Kritiker werfen Facebook vor, nicht genug gegen Propaganda und Hetze zu tun. In den USA wird der Konzern etwa beschuldigt, Einfallstor manipulativer russischer Einflussnahme im Wahlkampf gewesen zu sein. Am Dienstag hatten erstmals Vertreter von Facebook, Google und Twitter dem US-Senat Rede und Antwort zur mutmaßlichen russischen Einmischung in die Präsidentenwahl 2016 stehen müssen. Facebook räumte ein, dass Inhalte einer russischen Troll-Farm zwischen Juni 2015 und August 2017 rund 126 Millionen Nutzer erreicht haben. (w&v/dpa)


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W&V Redaktion
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