In der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) erreicht der mobile Videokonsum 54 Prozent aller gestarteten Clips (2017: 49 Prozent). Vor einem halben Jahr allerdings lag diese Quote bei klar über 60 Prozent und geht seitdem zurück. Langformate wurden zu 57 Prozent auf Tablets geschaut, die Reichweite auf Smartphones lag bei 33 Prozent. Längere Videos sind aber vor allem in der Region EMEA am präsentesten auf internetfähigen Fernsehgeräten (89 Prozent - siehe Grafik unten).

Der Anteil von Bewegtbildkonsum auf mobilen Geräten in der Region Asien-Pazifik (APAC) beträgt 74 Prozent. Das ist der höchste Wert aller Zeiten und in zwei Jahren um 64 Prozent gestiegen. Lateinamerikas mobile Videoaufrufe liegen bei über 65 Prozent. Das ist eine Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr und eine Steigerung von 38 Prozent über die letzten beiden Jahre hinweg.

Mittlere und lange Formate werden vor allem am Smart TV geschaut - und am Tablet.

Mittlere und lange Formate werden vor allem am Smart TV geschaut - und am Tablet.

In Nordamerika wurden bereits zum zweiten Mal mehr als 75 Prozent der längeren Videoformate auf Smartphones angesehen. Hier haben mobile Aufrufe bereits über acht Quartale hinweg die 50 Prozent überschritten. Im zweiten Quartal lag die Zahl der mobilen Videoabrufe bei 56 Prozent aller abgespielten Videos. Das sind vier Prozent mehr als im Vorjahr und 14 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2016. Anhaltspunkte für den US- Mobile-Video-Boom liefern darüber hinaus die Abrufe der Football-Übertragungen der NFL: So zeige der aktuelle NFL-Bericht, dass die Zahl der Zuschauer auf digitalen Geräten um 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen ist.   

"Wir erwarten im dritten Quartal einen massiven Aufwärtstrend, da immer mehr Fans NFL-Spiele auf ihren mobilen Geräten ansehen. So wie etablierte Fernsehsender NFL-Spiele nutzen, um Traffic auf andere Fernsehinhalte zu lenken, so verspricht dies einen Spillover-Effekt für andere Bereiche von mobilen Inhalten", sagt O'Neill. "Content-Eigentümer und -Vertriebspartner müssen diese noch nie dagewesene Entwicklung im Bereich der Nachfrage nutzen, um sich darauf zu konzentrieren, Technologieprozesse künftig auch so zu betrachten, wie die verarbeitende Industrie Produktionsprozesse behandelt. Der Übergang zu einer Content Supply Chain ist ein grundlegender, datengetriebener Wandel, der die Medienindustrie verändern wird."

Gestreamt wird länger am Tablet

Am längsten bleiben die Zuschauer beim Onlinestreaming am Tablet dran: So schauten Tablet-Nutzer rund 67 Prozent von gestreamten Sportevents. An PCs hielten die Seher zu 66 Prozent durch, am Smart TV sahen sie 61 Prozent längerer Sportübertragungen. Hier erwiesen sich Smartphones als am wenigsten effektiv, obwohl sie am häufigsten zum Schauen von Onlinevideos genutzt werden - aber nach 44 Prozent der Spielzeit war im Schnitt Schluss.

Ooyala geht davon aus, dass die Einführung des Mobilfunkstandards 5G Mitte 2020 den Trend erneut massiv anschieben wird. Spätestens 2022 erwarten die Experten, dass 20 Prozent der drahtlosen Mediaerlöse (etwa 47 Mrd. Dollar) über die Bandbreiten von 5G erzielt werden. Bis 2025 könnten es bereits 57 Prozent sein. Ooyala beruft sich dabei auf den "5G Economics of Entertainment Report" von Intel. Mit der Bandbreite wird auch das mit 5G genutzte Datenvolumen steigen - und von dem sollen laut Report bis 2028 rund 90 Prozent auf Videos entfallen.

Ooyala gestaltet OTT- und Media-Workflow-Entwicklungen, Software und Lösungen für die Produktion, Distribution und Monetarisierung von Medieninhalten. Zu den globalen Kunden gehörten die National Rugby League, Dell, Sky Sports und Media Prima. Hauptsitz von Ooyala ist im Silicon Valley. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft des  Telekommunikations- und IT-Dienstleistungsunternehmens Telstra.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.