Wegen Sexismus-Vorwürfen :
Muss Uber-Chef Kalanick seinen Platz räumen?

Der Verwaltungsrat verkündet am Dienstag, wie der Fahrdienstvermittler den Sexismus-Vorwürfen begegnen will. Auch Uber-Chef Travis Kalanick könnte es treffen.

Text: W&V Redaktion

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Uber-Chef Travis Kalanick bei einem Mitarbeiter-Q&A im Frühjahr 2017.
Uber-Chef Travis Kalanick bei einem Mitarbeiter-Q&A im Frühjahr 2017.

Nach der Untersuchung zu Vorwürfen von Sexismus und Diskriminierung hat der Verwaltungsrat von Uber ein Paket von Gegenmaßnahmen beschlossen, will Details aber erst am Dienstag veröffentlichen. Die Vorschläge der Untersuchungskommission unter Leitung des früheren US-Justizministers Eric Holder seien einstimmig verabschiedet worden, erklärte das Unternehmen nach dem Beratungen in der Nacht zum Montag. Ihr Inhalt solle aber zunächst am Dienstag der Belegschaft vorgestellt werden.

Am Sonntag hatte es in Medienberichten geheißen, Uber-Chef Travis Kalanick könne für drei Monate beurlaubt werden. Der Verwaltungsrat habe zwar darüber gesprochen, aber die Entscheidung Kalanick selbst überlassen, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Personen. Es sei unklar, ob es dazu kommen werde. Ein mehrmonatiger Urlaub für Kalanick könnte außerhalb des Unternehmens auch als Bestrafung aufgefasst werden. Zudem wäre unklar, wie in dieser Zeit die Führung bei Uber geregelt werden soll.

Das "Wall Street Journal" und die "New York Times" schrieben auch, Top-Manager Emil Michael, ein enger Vertrauter Kalanicks, könnte den Hut nehmen. Michael stand bereits in der Kritik, seit er 2014 in einem vermeintlich vertraulichen Gespräch darüber fantasiert hatte, wie man das Privatleben einer kritischen Journalistin ausforschen könnte.

Am Sonntag hatte es in Medienberichten geheißen, Uber-Chef Travis Kalanick könne für drei Monate beurlaubt werden. Der Verwaltungsrat habe zwar darüber gesprochen, aber die Entscheidung Kalanick selbst überlassen, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Personen. Es sei unklar, ob es dazu kommen werde. Ein mehrmonatiger Urlaub für Kalanick könnte außerhalb des Unternehmens auch als Bestrafung aufgefasst werden. Zudem wäre unklar, wie in dieser Zeit die Führung bei Uber geregelt werden soll.

Das "Wall Street Journal" und die "New York Times" schrieben auch, Top-Manager Emil Michael, ein enger Vertrauter Kalanicks, könnte nach dem Untersuchungsbericht den Hut nehmen. Michael stand bereits in der Kritik, seit er 2014 in einem vermeintlich vertraulichen Gespräch darüber fantasiert hatte, wie man das Privatleben einer kritischen Journalistin ausforschen könnte.

Uber und Kalanick gerieten in den vergangenen Wochen immer stärker unter Druck. Das wegen seiner aggressiven Firmenkultur und Wachstumsstrategie berüchtigte Unternehmen musste eine tiefgreifende Untersuchung einleiten, nachdem eine ehemalige Software-Entwicklerin von sexuellen Belästigungen und Diskriminierung berichtete. Unter anderem schrieb sie, ein Vorgesetzter habe Sex von ihr gewollt - und sei unbestraft geblieben, nachdem sie das gemeldet habe. Die Ermittlungen wurden vom ehemaligen Justizminister Holder geleitet, der heute bei einer Anwaltskanzlei arbeitet. In einem ersten Schritt waren rund 20 Mitarbeiter entlassen worden. Neu im Uber-Team sind dafür Bozoma St. John und Frances Frei. Sie sollen für ein bessere Image - intern wie extern - sorgen. 

Mitgründer und Chef Kalanick musste sich zudem rechtfertigen, nachdem ein Video veröffentlicht worden war, in dem er hitzig mit einem Uber-Fahrer diskutierte. Kalanick versprach danach, künftig erwachsener zu agieren und in den vergangenen Monaten wurde nach einer starken Nummer zwei für ihn gesucht. Kalanick durchlebt gerade zudem eine persönliche Tragödie: Seine Mutter starb vor wenigen Wochen bei einem Bootsunfall, sein Vater wurde dabei schwer verletzt. Der Uber-Chef verbringe deswegen derzeit viel Zeit mit seinem Vater, hieß es in Medienberichten.

am/mit dpa


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