Onlinepiraterie :
Premier League kann illegale Streams weiter blockieren

Die oberste englische Fußballliga sieht in einem aktuellen Beschluss des Londoner High Court einen "Game-Changer" im Kampf gegen die Onlinepiraterie.

Text: Franz Scheele

Die Premier League hat vor dem Obersten Gerichtshof in London einen Beschluss erwirkt, der es ihr erlaubt, in der kommenden Saison alle illegalen Videostreams von Spielen der höchsten englischen Fußballliga im Internet zu blockieren. Damit sind zugleich Internet-Provider wie Sky, BT, Virgin Media, TalkTalk und Plusnet aufgefordert, alle Server zu blockieren, die illegale Streams der Spiele via Internet verbreiten.

Einen ähnlichen Gerichtsbeschluss hatte die Premier League bereits für die letzten zwei Monate der Saison 2016/17 erwirkt. Er hatte dazu geführt, dass mehr als 5000 IP-Adressen blockiert worden waren. Aufgrund einer zweiten Gerichtsentscheidung im Juli 2017 für die Saison 2017/18 konnten insgesamt sogar rund 200.000 illegale Streams gesperrt werden.

Der neue Gerichtsbeschluss, den die Premier League in einer Mitteilung als "Game-Changer" im Kampf gegen die Onlinepiraterie bezeichnet, geht über die bisherigen Entscheidungen hinaus, sodass die Blockierung von derartigen Angeboten künftig noch effektiver durchgeführt werden kann. Hierzu gehören auch illegale Spielausschnitte in den sozialen Medien. Erst vor zwei Wochen war ein Händler, der Geräte vertrieben hatte, die das illegale Streaming ermöglichten, zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.