Presserabatt für Blogger: "Watt isn' ditte?"

Der Journalistenrabatt sei nicht mehr zeitgemäß, meint die Deutsche Bahn. Andere Unternehmen räumen Medienmachern nach wie vor großzügige Preisnachlässe ein. Aber gilt das auch für Blogger? W&V Online hat nachgefragt.

Text: Sebastian Blum

Pünktlich zum 15. April schafft die Deutsche Bahn den Rabatt für Journalisten ab. Die bisherigen 118 Euro Ermäßigung beim Kauf der Bahncard 50 fallen weg. Moralisch ist der Presserabatt längst umstritten - viele Unternehmen bieten ihn jedoch noch immer an. Doch was ist mit Bloggern, die als Meinungsführer Trends gestalten und potenziell auch als Fürsprecher für Produkte, Waren, Dienstleistungen agieren könnten? Bei einigen Unternehmen scheint sich das aber noch nicht rumgesprochen zu haben.

Die Nachfrage bei BMW, Mercedes und VW bringt es schnell ans Licht: Geiz ist geil - zumindest in Bezug auf Blogger. Die Autobauer gewähren der digitalen Szene keinen Rabatt. Presseausweis ist Pflicht beim Prozente-Sammeln, sagen die Unternehmen auf Nachfrage von W&V Online. Mit Bestätigung des Arbeitgebers könne man noch etwas machen, lassen sich zumindest die Wolfsburger erweichen. Auch bei Telekom Deutschland, Dell, und E-Plus zeigen sich die Verantwortlichen hart.

Für andere wiederum sorgt der Begriff Blogger für Fragezeichen: "Watt is'n ditte?", kommt die erstaunte Nachfrage in schönstem Berlinerisch. "Wenn Se 'n' Gewerbe hab'n, könn' wa vielleicht watt mach'n, von wegen Businessvertrag", schlägt der Ansprechpartner eines großen deutschen Mobilfunkanbieters vor.

Einen schwacher Trost bleibt der Blogger-Szene jedoch: Branchenriese Apple lässt auch Journalisten leer ausgehen. Die Firma mit dem Apfel gebe seit Jahren keinen Presserabatt mehr, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit.

Richtig Dampf in der Debatte um die Rabatte für Journalisten macht hingegen Transparency International Deutschland: Die Organisation fordert, mit den Vergünstigungen solle ein für alle Mal Schluss sein. Der Deutsche-Journalisten-Verband (DJV) lehnt dies klar ab: "Die Verantwortung liegt bei jedem einzelnen Journalisten. Da bedürfen wir keiner Belehrung durch andere Organisationen", merkt DJV-Sprecher Henrik Zörner an.