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ProSiebenSat.1 führt die neue Werbewährung vTKP ein

Der Bewegtbildvermarkter SevenOne Media berechnet Display-Anzeigen nur noch, wenn 50 Prozent für eine Sekunde lang sichtbar waren. 

Text: Leif Pellikan

SevenOne-Chef Thomas Port verkauft Display-Ads nurmehr nach dem neuen vTKP.
SevenOne-Chef Thomas Port verkauft Display-Ads nurmehr nach dem neuen vTKP.

SevenOne Media gibt seinen Kunden jetzt eine Sichtbarkeitsgarantie. Ab Januar zahlen Kunden für großflächige InPage-Ads nur noch, wenn mindestens 50 Prozent der Fläche mindestens eine Sekunde sichtbar war.

Diese Anforderung entspricht dem Standard, den der amerikanische Media Rating Council bereits 2014 formuliert hat und den der internationale Vermarkterverband IAB ebenfalls empfiehlt. Nur wurde die Abrechnung bislang nur nach individuellen Vereinbarung auf diesen Standard angeglichen. Der Vermarkter von ProSiebenSat.1 führt die Abrechnungslogik nun für alle Kunden ein. Auch einen Namen hat das Kind: "Visible Tausender Kontaktpreis" oder kurz vTKP. 

Damit reagiert SevenOne auf eine von Unternehmen lange geforderte Anpassung, was erste Reaktionen zeigen: Maike Abel, Mediachefin von Nestlé, begrüßt die Initiative 50:1 von SevenOne Media als einen ersten Schritt in die Richtung der einheitlichen Messstandards  für Device übergreifende Sichtbarkeitsmessung und Transparenz. Dies entspreche nicht nur der Forderung von Nestlé sondern auch des OWM. "Wir hoffen, dass viele weitere Publisher diesem Beispiel folgen und schnellstmöglich ein gemeinsamer Marktstandard noch über 50:1 hinaus etabliert wird." 

Ein ähnliches Lob kommt von Andreas Nassauer, Leiter Konzern Media bei der Deutschen Telekom: "Transparente Qualitätsstandards erhöhen die Glaubwürdigkeit von digitaler Werbung und sollten daher im Interesse aller Marktteilnehmer liegen."

Wo der Standard greift

Ob das langfristig reicht, ist fraglich. Unter anderem versucht die GroupM bereits einem höheren Standard im Markt durchzusetzen. Demnach wird ein Display-Ad von den Mediaagenturen der Gruppe erst dann als "gesehen" gezählt und dem Kunden in Rechnung gestellt - wenn 100 Prozent der Pixel für mindestens eine Sekunde sichtbar waren. 

Bei SevenOne Media greift die neue Abrechnungslogik für alle gebuchten Digitalkampagnen und gilt nach Konzernangaben für brandingrelevante großflächige InPage-Ads. Dazu zählen etwa Billboards, Halfpage Ads, Sitebar, Interstitial und Understitial.

Der so genannte vTKP gilt sowohl für Desktop als auch für Mobile-Kampagnen, die klassisch bei SevenOne Media eingebucht werden. Programmatisch eingebuchte Kampagnen nimmt der Vermarkter jedoch aus. 


Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.