Internetkonferenz :
Republica in Zeiten von Fake News und Hate Speech

Liebe statt Hass: Unter dem Motto "Love out loud" kommt die Internet-Community auf der Republica zusammen. Ein Thema in Berlin: der angemessene Umgang miteinander im Netz.

Text: W&V Redaktion

Johnny Haeusler (Spreeblick) auf der Republica 2017.
Johnny Haeusler (Spreeblick) auf der Republica 2017.

Unter dem Motto "Love out loud" geht die Internetkonferenz Republica in Berlin über die Bühne. Die Veranstalter rufen in Zeiten von Fake News und Hassrede zu mehr Solidarität und Liebe auf - im Netz und in der analogen Welt. "Wir wollen die Menschen motivieren, selbst aktiv zu werden und für eine offene Gesellschaft, für Demokratie und Pressefreiheit einzutreten", sagt Markus Beckedahl, Mitveranstalter und Chefredakteur von Netzpolitik.org.

Bis zum 10. Mai werden bis zu 9.000 Besucher aus Dutzenden Ländern erwartet. Das Programm ist wieder gewaltig: Etwa 950 Sprecher stehen bei der Republica und der parallel stattfindenden Media Convention auf den Bühnen. Es geht um Künstliche Intelligenz, die Macht der Algorithmen und den digitalen Wahlkampf, Big Data und Datenschutz, Virtuelle Realität und autonomes Fahren.

Das diesjährige Motto greift gleich zu Beginn Carolin Emcke auf. Mit einer "Reflexion über Liebe und Empathie, on- und offline" eröffnet die Friedensbuchpreisträgerin das dreitägige Spektakel. Weitere Gäste sind Schachgroßmeister Garri Kasparow, der in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Human Rights Foundation in New York über Macht und Propaganda im digitalen Zeitalter spricht oder Rechtsprofessor Frank Pasquale, der über die Kontrolle von Algorithmen referiert.

Es ist wohl der anstehenden Bundestagswahl geschuldet, dass sich außergewöhnlich viele Politiker angekündigt haben. So tauscht sich Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) am Montag mit Gründern über die hiesige Startup-Szene aus. Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) stellt sich am Dienstag der Frage, ob das bedingungslose Grundeinkommen eine Antwort auf den digitalen Wandel sein kann. Und Innenminister Thomas de Maizière (CDU) wird am Mittwoch zu einem netzpolitischen Dialog erwartet.

Die Republica wurde 2007 von den Machern der Blogs Netzpolitik.org und Spreeblick ins Leben gerufen. Was als Klassentreffen der Blogger-Szene begann, gleicht inzwischen einem Kirchentag: Quirlig, ein bisschen rebellisch und ziemlich unübersichtlich. Mitfinanziert wird die Konferenz vom Big Business, zu den Sponsoren gehören Daimler und IBM.

Wer nicht in der Hauptstadt sein kann: Die Veranstalter bieten verschiedene Live-Streams an. Zum Programm geht es hier. (mit dpa)


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