DLD 2017 :
Scott Galloway: Amazon ist der große Gewinner

Microsoft-Chef Satya Nadella referiert über künstliche Intelligenz, während ihm eigentlich US-Professor Scott Galloway die Show stiehlt. W&V-Redakteur Ralph Pfister berichtet von der Digitalkonferenz DLD.

Text: Ralph-Bernhard Pfister

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Scott Galloway auf der DLD-Bühne.
Scott Galloway auf der DLD-Bühne.

Zur Zukunft der Arbeit gab es an den ersten beiden DLD-Tagen nicht nur Panels, das Konferenzprogramm selbst war auch schon eine Aussage: Der Sonntag füllt sich in den letzten Jahren mit "ernsthaften" Programmpunkten, genau wie die Sitze. Den Besuchern ist das ganz recht - sie müssen weniger mit den eigenen Kalendern und Telefonterminen jonglieren.

Vielleicht ändert sich das, wenn Automatisierung, intelligente Softwareassistenten und andere Tools die Arbeitswelt endgültig erobern. Microsofts CEO Satya Nadella wäre das ganz recht - die 30 Prozent des CEO-Jobs, die sich laut einer Studie automatisieren ließen, hätte er ganz gern übrig.

Nadella war aber nicht das humoristische Highlight des zweiten Tags. Die Rolle gehört schon fast traditionell dem begnadeten Redner Scott Galloway. Der NYU-Professor eröffnete den zweiten Tag mit einem Parforceritt durch die Tech-Welt und seiner Prognose von Gewinnern und Verlierern.

Amazon sieht er als großen Gewinner. In den USA beginnen 55 Prozent der Produktsuchen bereits bei Amazon. In der Suchmaschine und Alexa sieht er das größte Potential. Bei Snap, Jet und Dollar Shave Club erwartet er dagegen massive Einbrüche. Jet ist für ihn "ein drei Milliarden Dollar Haartransplantat für einen Markt in der Midlife Crisis".

Für den Onlinewerbemarkt hat er generell keine guten Nachrichten: "Wenn ihr nicht Google oder Facebook seid, schrumpft ihr offiziell" hielt er dazu fest, dass mehr als 100 Prozent des Wachstums dort auf die beiden Riesen entfallen - sie dem restlichen Markt also neben dem Wachstum Geld entziehen. Andere Trends, die er überzogen findet: Virtual Reality, 3D-Druck und Mass Customisation.

Für die Platform Economy fand er zum Schluss kritische Worte. Plattform lasse sich nicht mit "ausgenommen von Verantwortung" übersetzen. "Was wäre, wenn McDonalds sagen würde, wir sind eine Fast-Food-Plattform, wenn du dich an schlechtem Fleisch vergiftest, können wir nichts dafür?", so Galloway.


Autor:

Ralph Pfister
Ralph-Bernhard Pfister

Ralph Pfister ist Koordinator im Marketing-Ressort. Er schreibt hauptsächlich über digitales Marketing, digitale Themen und Branchen wie Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. Sein Kaffeekonsum lässt sich nur in industriellen Mengen fassen. Für seine Bücher- und Comicbestände gilt das noch nicht ganz – aber er arbeitet dran.



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Anonymous User 16. Januar 2017

Scott Galloways aktuellen Zahlen: https://www.youtube.com/watch?v=BRmaKZGe6pw

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