Im Bereich Content erhält Rituals verdiente 4,0 Punkte. Auf den Produktseiten entspricht die Textlänge den Erwartungen, könnte aber stellenweise noch ausgebaut werden. Das Unternehmen bietet ein gut strukturiertes und ansprechendes Magazin, das rund um das Thema Wellness viele interessante Artikel veröffentlicht: Rezeptideen, Tipps und Tricks zu den Produkten und mehr werden für die Leser ansprechend aufbereitet. Auch die Suchintention des Nutzers wird sowohl auf den Produkt- als auch auf den Contentseiten nahezu immer erfüllt, Grafiken und diversen Videos für das Auge ergänzen die Texte ansprechend. Das Rituals-Magazin betont außerdem mit erweiterten Themen den USP der Marke, nämlich ganzheitliche Entspannung für Körper und Geist. Hier fällt vor allem das Yoga-Tutorial positiv auf.

Wie gut ist die Keywordimplementierung?

Bei der Keywordimplementierung fehlt eine klare Strategie. Zwar enthalten die Navigationspunkte Keywords, eine durchgängig konsistente und offensichtliche Strategie ist allerdings nicht für alle Bereiche der Webseite auszumachen. So ist etwa auf der Startseite ein Hauptkeyword nicht klar erkennbar, da Title, Überschriften und Teaser auf unterschiedliche Suchbegriffe optimiert sind. Für einige Unterseiten sind die Suchbegriffe zudem zu allgemein und wenig aussagekräftig wie zum Beispiel "Küchen", "Für Ihn", "Mutter und Kind". Positiv ist, dass Keywords in den Titles, Überschriften, Texten sowie der Navigation zu finden sind. Allerdings wurden auf zahlreichen Seiten mehrere H1-Überschriften implementiert, sodass Hierarchie und Priorisierung nicht immer eindeutig sind. Darüber hinaus sind die Keywords auf den Produktseiten oftmals sowohl in der H1 als auch in der direkt darauffolgenden H2-Überschrift sowie im ersten Satz des Textes eingepflegt: Diese Überoptimierung geht auf Kosten einer natürlichen Lesbarkeit. Die Alt-Attribute der Bilder enthalten teilweise englische oder französische Produktnamen.

Auch sind bei weitem nicht alle Alt-Attribute befüllt, zudem enthalten sie teils auch generische Begriffe wie zum Beispiel "thumbnail image". Im Bereich der internen Verlinkung ist die Website recht gut aufgestellt. Suchbegriffe sind zum einen über die Hauptnavigation verlinkt, zum anderen sind viele der vorhandenen Texte mit mehreren Fließtextlinks ausgestattet. Leider enthalten nicht alle Seiten Texte, hier besteht noch Optimierungspotenzial, um das interne Linkprofil auszubauen. Allerdings kann die Webseite mit einer Breadcrumb-Navigation weiter punkten. Insgesamt erzielt Rituals im Bereich Keywords 3,0 Punkte.

In Sachen Suchergebnisdarstellung macht Rituals einen guten Job und erhält 3,7 Punkte. Title und Meta Description sind für die wichtigen Seiten individuell gestaltet, halten Maximallängen fast immer ein und enthalten meistens auch Handlungsaufforderungen sowie die wichtigsten Aspekte der jeweiligen Seite. Zu bemängeln ist, dass auf einigen Seiten Title und Description nicht vom Niederländischen ins Deutsche übersetzt wurden. Zudem sind teilweise zwei Brandbezeichnungen enthalten, was viel Platz verschwendet. Die URLs sind sprechend gestaltet und enthalten die Kategorienbezeichnung beziehungsweise das Produkt der jeweiligen Seite. Auf Produktebene ist die Kategorienbezeichnung allerdings nicht enthalten, anhand der URL ist somit nicht erkennbar, in welcher Kategorie die Seite aufgehängt ist. Strukturierte Daten für die Kennzeichnung von Produkten werden eingesetzt, einige Auszeichnungen wie beispielsweise für die interne Suche könnten jedoch noch ergänzt werden, sodass die Suche als Sitelink Search Box direkt auf der Suchergebnisseite angezeigt werden kann. Als positives Beispiel ist hierfür z.B. Yves Rocher zu nennen.

Fit in Sachen Mobile?

Technisch gesehen, fährt Rituals 4,0 Punkte ein. Besonders gut schneidet die Seite im Mobile Test ab, den sie vollständig besteht. In puncto Ladezeit gibt es noch leichtes Verbesserungspotenzial. Browser-Caching ist nicht aktiviert und die Anzahl an Serveranfragen (vor allem in Bezug auf Bilder und externe Drittanbieter-Ressourcen) sollte nach Möglichkeit reduziert werden. Zudem sollten Bilder im Verfahren progressive statt interlaced und Zeile für Zeile geladen werden sowie häufig verwendete JavaScript-, CSS-, Bild-Ressourcen mindestens sieben Tage im Browser des Nutzers vorgehalten werden, um diese bei wiederkehrenden Nutzern nicht neu laden zu müssen. Weiterhin wird der Aufbau der Seite durch JavaScript- und CSS-Ressourcen, die das Rendering des direkt sichtbaren Bereichs blockieren, für den Nutzer leicht verzögert. Dies macht sich vor allem in mobilen Situationen mit wenig Bandbreite bemerkbar. Die Quellcode-Struktur weist zwar keine groben Fehler auf, allerdings gibt es auch hier noch einige Optimierungsmöglichkeiten: So sollte der Quellcode von überflüssigem Whitespace befreit und anschließend minimiert werden. Darüber hinaus sind einige Inline-JavaScript und -CSS-Angaben sowie auskommentierte Angaben enthalten, deren Auslagerung oder Entfernung den Quellcode-Umfang zusätzlich reduzieren würden.

Im Vergleich zu den Wettbewerbern ist Rituals im Bereich Backlinkportfolio teilweise schlechter, teilweise besser aufgestellt und erhält durchschnittliche 3,0 Punkte. Die Seite www.rituals.com/de-de/ bekommt von deutlich weniger Domains Links, als dies bei den deutschen Seiten von The Body Shop oder Yves Rocher der Fall ist. Berücksichtigt werden sollte allerdings, dass Rituals noch nicht so lange am Markt ist wie diese beiden Konkurrenten. Die deutsche Rituals-Seite bekommt zudem Links von Domains, die bekannt dafür sind Links anzubieten, und eine der verlinkenden Domains könnte außerdem Malware enthalten. Mit circa 70 Prozent Deep-Links liegt rituals.com/de.de/ hingegen über dem Durchschnitt des Wettbewerbs.

Im Bereich SEO macht die Rituals-Webseite insgesamt schon vieles richtig, wenn auch nicht alles. Die Basics stimmen überwiegend, Potenziale bestehen vor allem in den Bereichen Content-Länge, Ausrichtung der Keywordstrategie, Überschriften, URL-Struktur, Ladezeiten und Backlinkportfolio. Werden diese kleineren Baustellen sukzessive angegangen, so steht einer weiteren deutlichen Verbesserung im Vergleich zum Wettbewerb nichts mehr im Wege. Zur Methodik: Untersucht wurde im Dezember 2017 die Performance in der SEO anhand der fünf Hauptkriterien Content, Keywords, Darstellung in den Suchergebnissen, Technik und Backlink-Portfolio in jeweils drei Unterkriterien. In diesen werden jeweils bis zu fünf Punkte vergeben, deren Mittel dann die Punktzahl des Hauptkriteriums bildet. Deren Durchschnitt wiederum ergibt das Gesamtergebnis von maximal fünf Punkten.

*Zum Autor: Als Geschäftsführer bei der UDG United Digital Group ist Nils Sandfort Experte für Suchmaschinenoptimierung (SEO). Bevor er 2010 zu einer der Gründungsagenturen der UDG kam, arbeitete der studierte Diplom-Kaufmann als Unternehmensberater für Strategie und Prozesse.


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W&V Redaktion
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