Digitale Sprachsteuerung :
Siri, such den Böhmermann!

Ersetzt die Spracheingabe die Fernbedienung? Das sagt eine Studie der Deutschen TV-Plattform zur IFA.

Text: Judith Pfannenmüller

Künftig könnte der Fernseher über Sprachassistenten gesteuert werden.
Künftig könnte der Fernseher über Sprachassistenten gesteuert werden.

Was die Marken-Bekanntheit angeht, sind digitale Sprachassistenten längst Mainstream: 91 Prozent der Deutschen kennen Alexa (Amazon), 79 Prozent Siri (Apple) und 76 Prozent den Google Assistant. Genutzt werden sie aber noch deutlich weniger - am häufigsten Siri (16 Prozent) gefolgt von Google Assistant (15 Prozent) und Alexa (13 Prozent). Das ergab eine repräsentative Webumfrage der GfK für die Deutsche TV-Plattform anlässlich der IFA.

Welche Geräte zum Einsatz kommen

Die meisten (38 Prozent) nutzen die Sprachsteuerung ihrer Smartphones, zum Beispiel für die Internetsuche oder den Abruf von Verkehrsinfos. Ein Smartphone besitzen ja auch die meisten Befragten (69 Prozent). Die Haushaltsausstattung für Streaming-Geräte (25 Prozent), TV-Geräte (21 Prozent) und Smart-Speaker  mit Sprachsteuerung (10 Prozent) ist dagegen geringer. Das wirkt sich auch auf die Nutzung aus: Nur 22 Prozent der Befragten nutzen Sprachsteuerung bei stationären Geräte im Haushalt.

Laut der aktuellen Studie von Bitkom und Deloitte zur Zukunft der Consumer Technology sind die digitalen Sprachassisten bereits im Massenmarkt angekommen: 8,7 Millionen Deutsche ab 18 Jahren nutzten bereits einen intelligenten Lautsprecher mit digitalem Sprachassistenten. Es entstehe "ein neuer Milliardenmarkt", sagt Christopher Meinecke, Leiter Digitale Transformation des Digitalverbands Bitkom.  Meinecke rechnet damit, dass "wir in den nächsten Jahren immer merh geräte wie selbstverständlich mit unserer Stimme steuern werden.

Wie Medien per Sprachbefehl gesteuert werden

Die Deutsche TV-Plattform (der über 50 Anbieter aus dem TV-, Streaming- und Technologiesektor bündelt) interessierte sich in ihrer Studie speziell auch für die Frage, wie Verbraucher die Spracheingabe einsetzen, um ihren Bewegtbild-Konsum zu steuern. Werden Siri & Co einmal die Fernbedienung ersetzen?

Trotz des positiven Wachstums-Trends der neuen Sprachassistenten dauert das wohl noch: Nur 14 Prozent der von der GfK befragten Personen steuern derzeit ihre TV- und Streaming-Geräte per Sprachbefehl. Unter denjenigen, die digitale Sprachassisten einsetzen, gibt es klare Präferenzen: Die meisten suchen nach Inhalten (55 Prozent), möchten Filme und Serien (53 Prozent) beziehungsweise ihre Smart-TV-Apps starten (46 Prozent) oder zwischen TV-Programmen hin- und herspringen (40 Prozent).

Auf der Wunschliste für die Zukunft steht die Programmierung von Aufnahmen ganz oben (28 Prozent), gefolgt vom Vorlesen von Film-Infos (18 Prozent). Mehr als die Hälfte glaubt, dass die Fernbedienung künftig von der Sprachbedienung abgelöst wird.

Welche Bedenken es gibt

Wer Sprachassisten nicht nutzt sagt dagegen, die Bedienung sei noch zu umständlich (28 Prozent). Der Datenschutz spielt auch eine gewisse Rolle. Doch die überwiegende Mehrheit der Befragten äußert nur geringe oder gar keine Bedenken (70 Prozent).


Autor:

Judith Pfannenmüller
Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.