Social-Media-Hit aus Berlin: Wenn der Zombie zur Gitarre greift

Bevor es zu spät ist: Der Film kommt wie ein Horrorfilm-Trailer daher - und wirbt doch für die schönen Künste. Der Berliner Society of Music Merchants gelang damit ein Social-Media-Hit.

Text: Frauke Schobelt

Der Spot hat alles, was ein Horrorfilm-Trailer so braucht: Ein düsteres Haus, eine blonde, kreischende Frau, dunkle Schatten und einen Zombie vor der Tür. Doch was anmutet wie ein neuer Spot für den Sender 13th Street, ist der Versuch, die Deutschen wieder mehr zum Musizieren zu bewegen.

Konzept und Produktion stammen von der Workflow Pictures Filmproduktion. Auftraggeber ist die Society of Music Merchants (SOMM), die einen aus ihrer Sicht bedenklichen Trend wahrnimmt: Viele Deutsche schaffen Musikinstrumente an und lassen sie dann doch verstauben, weil sie keine Lust oder Zeit zum Üben haben. Die Gesellschaft hat sich deshalb 2012 das Motto "Music your Life" auf die Fahnen geschrieben.

Da Argumente wie "Stressabbau" und "Ausbau sozialer Kompetenz" die faulen Musikfreunde wohl kaum dazu bewegen würde, ihr Schlagzeug zu entstauben, entschied man sich, die Endlichkeit des Seins zu thematisieren: Mit der viralen Kampagne "Tu es, bevor es zu spät ist" (Regie: Christoph Lacmanski) startete die Aktion, die Besitzer von Musikinstrumenten zum Wiedereinstieg ermuntern soll. Und so kehrt im Spot der Zombie auch nur von den Toten zurück, um mal wieder in die Saiten zu hauen. "Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und muss hin und wieder an die schönen Dinge im Leben erinnert werden", erklärt dazu Daniel Knöll, Geschäftsführer der Society Of Music Merchants in Berlin.

Der Society gelang mit dem viralen Spot ein Social-Media-Hit. Der Clip ist auf der Kampagnenseite www.music-your-life.eu zu sehen und wurde dann über die Agentur Viral Lab im Netz auf Facebook, Twitter, Youtube und in Blogs gestreut. Das Ergebnis: Nach wenigen Tagen gab es bereits über 100.000 Klicks, erklären die Macher.

Wie man mit solch einem Stilbruch Aufmerksamkeit erreicht, zeigte im vergangenen Jahr auch sehr schön ein ungewöhnlicher Spot von Woolite. Im Stil eines Horrorschockers wurden da Wäschestücke gefoltert.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.