Doch die Branche ist insgesamt unter Druck. Im Zinstief brechen Erträge weg, höhere Anforderungen der Regulierer lassen die Kosten steigen, auch den Ausbau digitaler Angebote gibt es nicht umsonst. Zudem gilt Deutschland mit seinen knapp 1900 Kreditinstituten als einer der umkämpftesten Bankenmärkte Europas.

Das Filialnetz schrumpft seit Jahren stetig: 1997 zählte die Bundesbank noch mehr als 63.000 Zweigstellen bundesweit, Ende 2016 waren es nach jüngsten veröffentlichten Zahlen noch etwa die Hälfte mit 32.026.

Bei den 403 Sparkassen sank die Zahl der Standorte inklusive Selbstbedienungsstellen binnen Jahresfrist von 14.451 auf 13.779 Ende 2016. Die Träger der öffentlich-rechtlichen Institute - überwiegend Landkreise, Städte und Gemeinden - sind in der Regel in die Entscheidungsprozesse zum Filialnetz eingebunden.

Auch die Volks- und Raiffeisenbanken mühen sich um den Spagat zwischen persönlicher Kundenbetreuung vor Ort und digitaler Welt. Für die Institute sei es wichtig, eine "vernünftige Kosten-Nutzen-Relation" hinzubekommen, sagte der neue Präsident des Genossenschaftsverbandes, Ralf W. Barkey, kürzlich der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. "Wir werden sicher einen weiteren Rückgang im Filialbereich haben", prognostizierte Barkey. "Aber unseren grundsätzlichen Anspruch, in der Fläche vertreten zu sein, erhalten wir aufrecht."

dpa


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W&V Redaktion
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