Auch Christian Röpke, Geschäftsführer Zeit Online, hält die klassische Werbevermarktung auch für Online für das Geschäftsmodell. Die Vermarktung von Reichweiten sei bei Zeit Online das primäre Geschäftsmodell. Die Werbekunden suchten attraktive Umfelder mit großer Reichweite. Entsprechend habe der Zeit Verlag bereits 2010 mit Zeit Online die erste tabletorientierte Nachrichtenseite gelauncht. "Ein Door-Opener für Werbekunden", so Röpke.

Ganz anders das Geschäftsmodell der Zeit-App. Ein Jahr später folgte der Launch der digitalen Ausgabe der Zeit für das iPad. Die App erscheint parallel zum Printtitel wöchentlich und grenzt sich damit klar von der Website ab. Hier heißt das Monetarisierungsmodell aber: Verkauf an den Endkunden.

Und das mit Erfolg: 13 000 Apps sind verkauft. Dabei zeige die Abo-Entwicklung  bei dem Kombi-Abo aus Print und Digital ein fast doppelt so hohes Wachstum wie bei dem reinen Digital-Abo. "Der Einzelverkauf Print geht zurück, aber die Abozahlen steigen", so Röpke. Deshalb gelte es das Abo als Lifeline mit digital aufzuladen. "Für den Gesamtverlag setzen wir auf das Markenabo." Tatsächlich korreliere der Verkauf der Print-Ausgabe mit dem Verkauf der App. "Je besser Print funktioniert, desto besser läuft digital". Damit auch künftig digital alle Kanäle bespielt werden können, entwickelt der Verlag aktuell eine Web-App.

Grundsätzlich empfiehlt der Geschäftsführer für die digitale Strategie der Verlage  vor allem skalierbare Geschäftsmodelle, um auf allen Endgeräten präsent sein zu können. Auch ein Amazon-Kindle dürfte nicht außer Acht gelassen werden. Dabei sei jetzt noch der richtige Zeitpunkt für ein entsprechendes Pricing. "Wenn etwas kostenlos ist, gibt es keine Wertschätzung beim Kunden", warnt Röpke. Zudem müssten Websites für Tablets optimiert werden, da die Pads künftig 20 bis 30 Prozent der Reichweite ausmachten.


Autor:

Katrin Otto
Katrin Otto

ist Redakteurin im Medienressort. Sie schreibt über Radio, Außenwerbung, Kino und Film und freut sich über Empfehlungen für die Bücherseite. Wenn sie nicht in der Redaktion ist, ist sie auf Konzerten, im Kino oder im Wasser.