Selbstfahrende Autos :
Straßenkrieg: Wie Google Uber angreift

Google will jetzt auch Taxis vermitteln und drängt Uber in die Offensive. Natürlich weiß auch Uber sich zu wehren: Schließlich will der Dienst jetzt in selbstfahrende Autos investieren - eigentlich Googles neues Steckenpferd.

Text: Anja Janotta

Google will jetzt auch Fahrdienste vermitteln und drängt Uber in die Defensive. Natürlich weiß auch Uber sich zu wehren: Schließlich will der Dienst jetzt auch in selbstfahrende Autos investieren - eigentlich Googles neues Steckenpferd. Das Startup, das immerhin mehrere Milliarden Dollar Investitionskapital hätte, kooperiert dafür mit der US-Universität Carnegie Mellon. Dabei soll es um Kartendienste sowie Technologien für mehr Sicherheit und autonomes Fahren gehen, kündigte Uber in einem Blogeintrag an.

Google ist derweil nicht untätig. Der Internet-Konzern, der ein großer Investor bei Uber ist, entwickle seinen eigenen Service zur Vermittlung von Fahrten, berichtete der Finanzdienst Bloomberg. Er werde möglicherweise in Verbindung mit dem Google-Projekt für selbstfahrende Autos stehen. Google-Manager David Drummond habe den Uber-Verwaltungsrat über diese Aussicht informiert, hieß es unter Berufung auf unterrichtete Personen.

Das könnte zu Streit zwischen Uber und Google führen. Uber-Manager hätten auch Screenshots einer aktuellen Mitfahr-App von Google gesehen, die von Mitarbeitern des Konzerns genutzt werde, so Bloomberg. Dabei ist Google mit einer ordentlichen Investition bei Uber eingesteigen: 260 Millionen Dollar Risiko-Kapital hat Google dazugeschossen. Googles Chefjustiziar Drummond zog daraufhin in den Verwaltungsrat von Uber ein. Nun werde beraten, ob Drummond zum Rückzug aufgefordert werde, will Bloomberg erfahren haben.

Pikant ist dabei auch: Von der Carnegie-Mellon-Universität, dem neuen Uber-Partner, kommt der aktuelle Chef des Google-Projekts für selbstfahrende Autos, Christopher Urmson. Der Fahrdienst-Vermittler will auch mit dem dortigen Robotik-Zentrum zusammenarbeiten und Forschung finanzieren. Im Rahmen der Kooperation will Uber zudem ein "Zentrum für fortgeschrittene Technologien" gründen. Chef und Mitgründer Travis Kalanick hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, Uber dürfte in Zukunft auf selbstfahrende Autos setzen. Damals wurde jedoch allgemein Großinvestor Google als potenzieller Partner dafür gesehen.

Ist der Streit nun ein Dé­jà-vu für Google? Denn bei der Entwicklung von Android hatte es ähnliche Szenen gegeben. Der damalige Google-Chef Eric Schmidt war Mitglied des Apple-Verwaltungsrates und bekam auch als einer der ersten das iPhone zum Start 2007 präsentiert. Als Google dann wenig später das Android-System in eine ähnliche Richtung entwickelte, fühlte sich Apple-Gründer Steve Jobs verraten. Schmidt verließ den Verwaltungsrat von Apple.

dpa/aj


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.