Performanceorientiertes Dialogmarketing :
Ströer kauft Avedo

Mit Avedo gehört jetzt auch ein Spezialist für Telesales und Dialogmarketing zur Ströer-Gruppe - "eine notwendige Erweiterung des Vertriebs". 

Zugriff Ströer auf Avedo: Der Vermarkter bietet mehr performanceorientierte Vertriebsmodelle in der Werbung an.
Zugriff Ströer auf Avedo: Der Vermarkter bietet mehr performanceorientierte Vertriebsmodelle in der Werbung an.

Bei Ströer hält die Kauflaune an – und bringt dem Kölner Vermarkter jetzt auch noch Avedo ein. Das Team um Konzernlenker Udo Müller hat am Donnerstag den Kaufvertrag zum Erwerb von 75 Prozent der Gruppe unterzeichnet, "einem der großen deutschen Dialogmarketingspezialisten", wie es in der Mitteilung heißt. Das bisherige Management rund um Gründer und Geschäftsführer Torsten Krause bleibt beteiligt und führt das operative Geschäft von Avedo weiter. Noch muss das Kartellamt dem Deal zustimmen.

Avedo ist mit Callcentern und rund 1850 Mitarbeitern an sechs Standorten in Deutschland vertreten, fokussiert sich auf Telesales sowie Dialogmarketing und verfügt nach eigenen Angaben über 30 Millionen Kundenkontakte jährlich.

Zur Begründung des Mehrheitsübernahme von Avedo heißt es von Ströer: "Mit dieser Akquisition im Bereich des performanceorientierten Dialogmarketings eröffnet das Medienhaus einen zusätzlichen Kanal und ergänzt damit die eigenen Vertriebsaktivitäten." Noch im 3. Quartal – nach dem Go durch die Kartellbehörden - sollen die Avedo-Dienstleistungen ins Ströer-Portfolio integriert werden.

Was Ströer der Neuerwerb Avedo bringt

Will heißen: Mit dem Zukauf kann das im MDax notierte Unternehmen den Kunden künftig neben der Werbung auf Plakaten oder über Onlinemedien auch den Vertrieb über Callcenter anbieten. Oder im Ströer-Sprech: "Während Ströer im Performance-Marketing-Geschäft die Kanäle Online, Display und E-Mail einsetzt, operiert Avedo vorrangig mit den Kanälen Chat und Telefon für die Vermarktung von Produkten Dritter. Durch die Kombination der verschiedenen Angebote wird die erweiterte Ströer Gruppe zukünftig in der Lage sein, ihren Kunden integrierte Komplettlösungen entlang der Marketing- und Vertriebswertschöpfungskette anzubieten." Das sei vor allem für Kunden mit Laufzeitverträgen wie Telekom oder Pay-TV interessant.

Durch den Zukauf werde der Umsatz um mehr als 60 Millionen pro Jahr höher ausfallen, teilte Ströer weiter mit. Dabei sind mögliche positive Folgen aus der Zusammenarbeit mit den anderen Ströer-Geschäftsfeldern nicht enthalten. Über den Kaufpreis schweigen sich die Kölner aus.

Wie Ströer den Deal bewertet

Christian Schmalzl, Co-CEO von Ströer. sagt über den Neuerwerb: "Mit dieser wertsteigernden Akquisition vollziehen wir eine logische und notwendige Erweiterung unseres Vertriebs. Wir stärken die Relevanz von Ströer bei unseren Kunden und fokussieren uns auf performanceorientierte Vertriebsmodelle. Daneben erwarten wir signifikante Synergien in Hinsicht auf die konsequente Weiterentwicklung unserer Vertriebseinheiten über alle relevanten Produktgruppen hinweg."

Ströer hatte zuletzt einige andere kleinere Wettbewerber, aber auch das Internetportal T-Online und den Statistikanbieter Statista gekauft. Mit diesen Übernahmen will Ströer unabhängiger vom Stammgeschäft mit der Außen- und Plakatwerbung werden. So betreibt das Kölner Unternehmen mit seinen mehr als 4500 Mitarbeitern unter anderem schon die Seiten Giga.de, Spieletipps.de und Wetter.info.

ps/ko


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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