Studie: Das Ende der Gratis-Kultur

Die Ära der Gratisangebote im Internet neigt sich dem Ende zu - zumindest wenn es um neue E-Publishing-Produkte der Verlage geht. W&V-Redakteurin Manuela Pauker über eine neue Studie von VDZ und Vocatus.

Text: Manuela Pauker

Die Ära der Gratisangebote im Internet neigt sich dem Ende zu - zumindest wenn es um die Einführung neuer E-Publishing-Produkte der Verlage geht.

Neue Angebote sollten von Anfang an kostenpflichtig sein, um Erfolg zu haben - das ist zumindest die vorherrschende Meinung bei einer aktuellen Umfrage des Verlegerverbands VDZ mit dem Marktforschungsinstitut Vocatus zum Thema E-Publishing-Preisstrategien. Die Politik, ein Angebot vom Start an kostenlos zur Verfügung zu stellen, wird dagegen als wenig erfolgversprechend gesehen.

Alexander von Reibnitz, Leiter New Media beim VDZ, plädiert sogar für einen Einstieg mit höheren Preisen, um dann später mit Nachlässen zu locken: „Preiserhöhungen werden vom Nutzer immer schwerer akzeptiert als Preissenkungen.“ Die Preiserhöhungen, da sind sich die Interviewten fast durch die Bank einig, sollten nach dem üblichen Muster „über die Jahre hinweg“ erfolgen. Bei der Studie, an der 17 Verlagshäuser teilnahmen, wurden neben der Einschätzung verschiedener Faktoren für den nachhaltigen Erfolg unter anderem auch die Bezahlmodelle auf den Prüfstand gestellt. Die meistpräferierten Methoden sind demnach der klassische Abopreis mit Bezugszeitraum und der Kombipreis aus Print-Abo und E-Publishing-Angebot.

Ebenfalls positiv eingeschätzt werden Einzelpreise pro Ausgabe, Bundle-Preise sowie das Freemium-Modell, bei dem Gratis- und kostenpflichtige Angebote kombiniert werden - eine Methode, die etwa Springer beim „Hamburger Abendblatt“ und der „Berliner Morgenpost“ anwendet.

Eine Info-Grafik zum Thema gibt es in der am Donnerstag erscheinenden W&V (Nr. 38/2010).


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde