Während die Deutschen ihrer Geiz-ist-Geil-Mentalität im Web treu bleiben, sind andere Nationen zahlungswilliger: 23 Prozent der Schweden, knapp 20 Prozent der Niederländer und Briten sowie 17 Prozent der Amerikaner wären bereit, für Informationen im Web zu bezahlen. Noch unwilliger als die deutschen Surfer sind die Rumänen (4 Prozent), Polen (5 Prozent) und Spanier (6 Prozent). Insgesamt zeigen Blogger, Nutzer von E-Services und E-Finance sowie Fans von Erotikangeboten eine höhere Akzeptanz für Bezahlinhalte.

Bei den Nutzungsvorlieben liegt das Versenden von E-Mails ganz vorne. Vor allem die Deutschen, Portugiesen, Briten und Spanier senden überdurchschnittlich gern elektronische Post. An zweiter Stelle der internationalen Hitliste steht die Websuche und das Surfen in Nachschlagewerken. Auf Rang drei (39 Prozent) rangiert die Nachrichtenrecherche. Web 2.0-Angebote wie Facebook, Twitter oder LinkedIn landen über alle Länder hinweg auf Rang 4. Jeder vierte Surfer nutzt soziale Netzwerke, allen voran die Türken, Briten, Griechen und Amerikaner. Deutsche, bulgarische und rumänische User sind dagegen eher Web 2.0-Muffel: jeweils gerade einmal 7 Prozent zählen das soziale Vernetzen zu den wichtigsten Online-Aktivitäten. Dabei sind es vor allem Frauen, die Kontakte über soziale Netzwerke pflegen. Auch das Versenden von E-Mails ist eher Frauensache. Männer lesen lieber Nachrichten oder verfolgen das aktuelle Sportgeschehen.

Für die internationale Studie "Internetnutzung" hat die GfK Custom Research im Herbst 2009 insgesamt 16.800 Personen über 15 Jahren in 17 Ländern befragt. Untersucht wurden, ob sie privat Zugang zum Internet haben, wie viel Zeit sie im Web verbringen, wofür sie dieses bevorzugt nutzen, die Bereitschaft zu Bezahlinhalten sowie die möglichen Einflüsse des Internets auf die Gesellschaft.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

koordiniert und steuert als Newschefin der W&V den täglichen Newsdienst und schreibt selber über alles Mögliche in den Kanälen von W&V Online. Sie hat ein Faible für nationale und internationale Kampagnen, Markengeschichten, die "Kreation des Tages" und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.